
Mi. 27.1.2026:
Offener Brief an die Politik
Per nachstehendem offenen Brief, der zum Grande Finale am Protest Podest zur Unterstützung vorgelegt wurde, wenden wir uns an die Politik, um der von mehr als 10.370 Menschen und zahlreichen triftigen Gründen getragenen Forderung nachzukommen, von der Umsetzung der Schnellstraße S34 endgültig abzusehen.
Gleichzeitig haben wir die Politik dazu eingeladen, mit der Bevölkerung an einem Strang zu ziehen, um unser St. Pölten, unsere Stadt der Dörfer zu einer europaweit führenden Modellstadt für eine menschen-, umwelt-, und klimagerechte Welt zu machen.
Das war das Protest Podest:
Nadelbach, 20. September 2025 bis 25. Jänner 2026
So. 25.1.2026
Grande Finale am Protest Podest
Von wegen nichts los am Protest Podest. Witterungsbedingt verlegt in Pepe Braders Hof zählten wir heute gut 100 Besucherinnen und Besucher.
Alle Wahlberechtigten gaben uns ihre Stimme: für den aufgelegten offenen Brief an die Politik. Die Kinder bereiteten indessen ihr eigenes Essen an der Feuerstelle.











Beste Stimmung am Wahlsonntag in Nadelbach: Ein würdiger Abschluss am Protest Podest und eine solide Basis für weitere gemeinsame Schritte.
Sa. 24.1.2026
Kooperation der Jungen: Helga und Karl Gunacker

Jetzt hats mich doch noch erwischt, begrüßt Karl Gunacker freudvoll lächelnd seine Gäste am Protest Podest mit einem delikaten Aronia-Punsch, wahlweise mit oder ohne Rum.
Von Anfang an war Karl im Hintergrund ganz vorne mit dabei, das Protest-Podest auf- und umzubauen, Tische, Bänke und Holzplatten bereitzustellen und am Camp mit Bio-Äpfeln aus frischer Ernte und köstlichen Säften vom Gunacker-Hof fürs leibliche Wohl zu sorgen.
Heute, am letzten regulären Protesttag vor dem morgigen Grande Finale ist es also ausgerechnet Karl, der im Mittelpunkt und vor der Herausforderung steht, den bunten Reigen spannender Gespräche am Protest Podest zu beschließen.
Unser Generationenhof ist ein jahrhundertealter Traditionsbetrieb, zunächst unter dem Familiennamen Kranawetter, dann Mayerhofer und seit 1838 Gunacker.
In den 1980er Jahren waren wir unter den Ersten, die einen Meliorationsvertrag mit dem Land abgeschlossen hatten, um die Biodiversität auf unseren Flächen zu fördern. Mit dem EU-Beitritt ist das dann wegen der Harmonisierung mit EU-Recht ausgelaufen.
Etwas in dieser Art schwebt Karl auch für die Zukunft vor, als praktikabler Mittelweg zwischen zertifizierter Bio-Landwirtschaft und konventioneller Landwirtschaft.
2011 ging es jedenfalls auch auf unserem Hof los mit Bio: Damals haben wir mit unserer Bio-Apfelplantage angefangen und kurz darauf mit der Direktvermarktung.
Nach und nach haben wir veredelte Produkte ins Sortiment aufgenommen. Nicht ohne Startprobleme, wie die später dazugekommene Helga, Karls Ehefrau, anmerkt:
Weil wir auf das Etikett Bio-Apfel 100% Direktsaft aufgedruckt hatten, statt Bio-Apfelsaft, stand uns gleich einmal eine Strafzahlung ins Haus. Große Unternehmen haben Spezialisten im Haus, aber als kleiner Familienbetrieb ist es unheimlich schwierig, von Beginn weg alles richtig zu machen. Wir fühlten uns damals schon etwas schikaniert und überrumpelt.
Vor allem der damalige Ton war Karl zuwider: Nur wegen eines kleinen Formfehlers beim Aufdruck sich als angeschriebener Täter wie ein Betrüger rechtfertigen zu müssen, das ist schon ein starkes Stück. Am Ende hat dann die Behörde von einer Strafe abgesehen, die AGES aber Kontrollgebühren in Rechnung gestellt. Wir hatten jedenfalls unsere Lektion gelernt, sowas sollte uns nicht mehr wieder passieren.
Zum Apfelsaft dazugekommen sind dann Mischsäfte, Apfelchips und schließlich noch der Apfelessig, alles in Bio-Qualität.
2023 haben wir an unseren Sohn Andreas übergeben. Er hat den Betrieb mit Freude übernommen und führt ihn im Haupterwerb weiter. Darüber sind wir sehr glücklich, weil eine Betriebsfortführung heute beileibe keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Seit der Geburt unseres Enkels vor anderthalb Jahren leben vier Generationen am Hof.
In den vergangenen drei Jahren ist eine kleine Geflügelhaltung mit Eier-Direktverkauf dazugekommen.
Der Innovationsgeist und die Kooperationsbereitschaft der Jungen hat es Helga besonders angetan. Das stimmt sie optimistisch, dass Kooperation in St. Pölten zu noch mehr Resilienz führen kann:
In Zusammenarbeit mit dem Waldviertler Sonderkulturenverein wird Wissen betriebsübergreifend geteilt, ebenso die teuren Spezialmaschinen, die man sich als einzelner Familienbetrieb unmöglich leisten kann.
Die Jungen kooperieren heute viel enger, als das in unserer Generation noch üblich war. Jeder hilft jedem, und das nicht nur hof-, sondern sogar dorfübergreifend.
Solange die Ackerflächen erhalten bleiben, bin ich zuversichtlich, dass die Jungen Wege und Mittel finden werden, die alteingesessenen Betriebe erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Den letzten Dialogabend am Protest-Podest lassen die Anwesenden gemütlich ausklingen. Hätten die Glocken vom Dorf herauf nicht laut und deutlich die Feierabendstunde geschlagen, hätten wir heute trotz frostiger Temperaturen glatt noch die Sperrstunde übersehen.
Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut
Fr. 23.1.2026
Bienen brauchen Biodiversität: Elisabeth Moser

Ich bin seit 5 Jahren Bio-Imkerin. Gemeinsam mit meinem Mann betreue ich mit großer Leidenschaft derzeit 20 Bienenvölker.
Wir wohnen ca. 400 m von der geplanten Trassenführung entfernt. Abgesehen von der zu erwartenden Lärm- und Schadstoffbelastung würden auch rund 100 ha wertvolle Acker- und Naturflächen für immer vernichtet werden.
Wie allgemein bekannt ist, leiden Insekten – also auch unsere Bienen und die Wildbienen – unter der fehlenden Biodiversität, wodurch die Bestände zurückgehen. Sie finden nicht genug Nahrung, und manche Wildbienenarten sind an ganz bestimmte Pflanzen gebunden. Wenn diese nicht mehr vorkommen, verschwinden auch die Bienen.
80 % unserer heimischen Pflanzenarten werden durch Bienen bestäubt. Es ist erwiesen, dass sich Qualität und Ertrag vieler Lebensmittel deutlich verbessern, wenn sie von Bienen bestäubt werden. Bei Obst (Äpfel, Birnen, Himbeeren, Marillen etc.) konnte der Ertrag massiv gesteigert werden, wenn Bienenvölker in der Nähe sind. Bei fehlender Bestäubung gibt es gar kein Obst.
Durch den Bau der S34 würden auch Flächen zerstört, auf denen noch eine hohe Biodiversität vorhanden ist. Deshalb appellieren wir an die zuständigen Politiker, diese sinnlose, überdimensionierte Straße nicht zu bauen.
Lasst den Bienen und den Menschen die letzten naturnahen Flächen!
Fr. 23.1.2026
Kosten der Wertschöpfung: Dr. Elisabeth Götze

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Elisabeth Götze ist heute Nationalratsabgeordnete, weil ihr in Eichgraben vor 20 Jahren ein Kinderpielplatz gefehlt hat. Wie sich das zugetragen hat, erfahren wir von unserer heutigen Gastgeberin persönlich.
Parteipolitik war in meinem Elternhaus nie ein großes Thema und auch ich hatte – einmal abgesehen von einer Flyer-Verteilaktion auf der Uni, die damals unerwartet hohe Wellen geschlagen hat – auch keine besonderen Bestrebungen, mich politisch zu engagieren.
Anfang der 2000er Jahre sind wir von Wien nach Eichgraben gezogen. Mit den kleinen Kindern war es für uns in Wien ganz selbstverständlich, öffentliche Orte zu haben, wo die Kinder miteinander spielen und wir Eltern mit den anderen Begleitpersonen plaudern konnten.
Eichgraben war ein Ort, wo sich über viele Jahre hinweg das Selbstverständnis durchgesetzt hatte, dass ohnedies jedes Haus einen eigenen Garten hat und es also auch keinen öffentlichen Spielplatz braucht.
Für mich war bald klar, dass es sich beim fehlenden Kinderspielplatz nur um die Spitze des Eisbergs handelt, was die fehlende Förderung des sozialen Miteinanders und der Partizipation in unserer Marktgemeinde anlangt. Die Forderung eines Kinderspielplatzes als betroffene Bürgerin beim Bürgermeister hätte vielleicht geklappt, aber fürs aufeinander Zugehen der Menschen wäre das dann weiterhin nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen.
Mit der ermutigenden Einsicht, dass ich mit meinen Interessen und Wünschen nicht alleine dastehe, habe ich 2004 gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten die Grünen Eichgraben gegründet, um uns für den Einzug in den Gemeinderat zu bewerben. Unsere Arbeit wurde schon bald belohnt. Von 2015 bis 2020 konnten wir als Koalitionspartner der ÖVP mit mir als Vizebürgermeisterin mitgestalten.
2022 bekam Eichgraben letztlich auch das staatliche Zertifikat familienfreundliche Gemeinde. Der 2004 begonnene Weg, das Miteinander von Kindern und Familien voranzubringen, fand damit eine erfreuliche Würdigung.
Ein wichtiger Teil des Erfolgs beim Miteinander in der Gemeinde ist der 2015 gegründete Verein ElektroMobil Eichgraben, der zu einem günstigen Mitgliedsbeitrag ein attraktives Mobiliätsangebot für alle Gemeindebürgerinnen und -bürger anbietet und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. Eichgraben war damit richtungsweisendes Vorbild für zahlreiche ähnliche Projekte in ganz Österreich.
Während meiner Zeit als Vizebürgermeisterin wurde ich gefragt, ob ich bereit wäre, auf Bundesebene zu kandidieren, ich stimmte zu. 2019 wurde ich als Listenerste auf Landesebene in den Nationalrat gewählt. Wirtschaft, Mobilität und Bürgerbeteiligung zählen heute zu meinen Hauptaufgaben im Nationalrat.
Und so bin ich im Hier und Jetzt bei Euch angekommen.
Ich finde es großartig, was Ihr da mit dem Protest Podest auf die Beine gestellt habt, und wie Ihr es schafft, jeden Tag bei Wind und Wetter durchzuhalten. Es ist erstaunlich, wie hier die Menschen über Partei- und Standesgrenzen hinweg zu Verbündeten für die gute Sache geworden sind.
Immer, wenn Unrecht passiert, braucht es Leute, die aufstehen und sich für die gute Sache einsetzen.
Für das Frauenwahlrecht, das in Österreich seit 1918 besteht, hatten in Niederösterreich Frauenrechtsbewegungen bereits 1889 gekämpft. 1972 wurde in Österreich die Gratis-Schulbuchaktion beschlossen, auf Basis einer Gesetzgebung von 1967. Dank erfolgreichem Volksbegehren von 1997 mit über 1,2 Millionen Unterschriften hat sich Österreich bereits frühzeitig mit den Gefahren der Gentechnik befasst und ein weltweit richtungsweisendes Gentechnik-Gesetz verabschiedet.
Das alles sind Beispiele für Entwicklungen, die im Nachgang betrachtet unsere Gesellschaft wirklich weitergebracht haben.
Nach diesem Vorbild gilt es heute, auf politischer Ebene nur solche Vorhaben zu forcieren, die uns auf lange Sicht nützen. Dazu braucht es ganzheitliche Bewertungskriterien, die möglichen wirtschaftlichen Vorteilen und der Schaffung von Arbeitsplätzen auch alle Kosten wahrheitsgemäß gegenüberstellen.
Kosten sind dabei nicht nur monetär zu sehen und auch nicht-monetarisierbare Werte sind keineswegs nur immaterieller Natur. Wie setzt man zum Beispiel hier bei der S34 den Wert eines Grundstücks an, von dem die Bauern Jahr für Jahr nur das entnehmen, was der Boden im Kreislauf der Natur hergeben kann? Ist es der erzielbare Verkaufserlös des Produktes? Besteht der Wert nicht vielmehr darin, dass die nachfolgenden Generationen in hunderten, vielleicht tausenden Jahren immer noch von den Erträgen dieses gesunden Bodens leben können?
Wenn man sich die jüngste Studie zur Abschätzung der Wertschöpfungswirkung von Straßenbauprojekten im Auftrag der Asfinag anschaut, dann sieht man, dass der Wert intakter Böden, der Wert von resilienten Familienbetrieben und der Verlust all dessen nicht einmal in Betracht gezogen wurde.
Pikanterweise werden in dieser Studie ungeachtet immenser Flächenverluste (an die 150ha während der Bauphase) in Übersicht 18 sogar noch positive (!) Effekte für die Land- und Forstwirtschaft ins Treffen geführt.

Die Kosten, die durch den Verlust der regionalen Ernährungssicherheit, den Verlust der eigenen Grundwasserversorgung, von Gesundheit und Lebensqualität zu veranschlagen wären, wurden ebenfalls nicht einkalkuliert. Das sind aber entscheidende Werte, die maßgeblich dafür sind, ob uns diese Projekte auf lange Sicht nützen und ob wir auch in Zukunft überlebensfähig sind.
Im NR-Wahlkampf hat die SPÖ viel von Klimaschutz gesprochen, und damit bei den Wählerinnen und Wählern den Eindruck erweckt, die Umwelt-, Klima und Verkehrspolitik sei auch bei ihr in besten Händen. In Regierungsverantwortung scheint nun die Antwort auf alle Mobilitätsfragen das Auto und der Straßenbau zu sein.
Gerade von einem sozialdemokratischen Verkehrsminister sollte man sich eigentlich erwarten dürfen, dass er versteht, dass sozial gerechte Mobilität für alle und ein autozentriertes Mobilitätssystem einander ausschließen.
Das elitäre und abgehobene Mobilitäts-Verständnis von Minister Hanke hat bereits heute dazu geführt, dass innerhalb weniger Monate Regierungsverantwortung alle Klimaziele bereits 2030 ziemlich fix in den Sand gesetzt sind. Seine Entscheidungen diskriminieren nicht nur jene, die sich kein Auto leisten können oder keines wollen, sondern auch all jene, die fürs Autofahren zu jung, zu alt oder gesundheitlich beeinträchtigt sind.
Es bleibt wirklich zu wünschen, dass Ihr hier in St. Pölten eine Schubumkehr bewirkt und Minister Hanke sowie die Politik auf Stadt-, Landes- und Bundesebene zum Einlenken bewegt.
In Eurem Interesse, in unserem Interesse, im Interesse der gesamten Gesellschaft.
Do. 22.1.2026
Wassermangel: Uli Knötzl

Seit 25 Jahren leben Dr. Wolfgang und Uli Knötzl in Nadelbach, hier ist auch ihre inzwischen erwachsene Tochter Julia aufgewachsen. Heute ist Uli Gastgeberin am Protest Podest, gemeinsam mit Hündin Cora.
Am Leiterwagen karrte Uli passend zu ihrem heutigen Thema einen randvoll mit Glühmost gefüllten, gut gedämmten Mini-Wasserspeicher. Dazu gab es Apfelstrudel frisch aus dem Backrohr.
Mein Vater, der selbst als Bergbauernbub mit 7 Geschwistern unter bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen war, hat mich gelehrt, sparsam und respektvoll mit natürlichen Ressourcen umzugehen.
Auch sein Faible für Kunst und Kultur hat er mir mit auf den Weg gegeben. Vor den gemeinsamen Konzertbesuchen sind wir bei unseren Spaziergängen in der Wiener Innenstadt des Öfteren Waluliso begegnet, der seine Wertschätzung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen sogar durch seine Namensänderung zum Ausdruck brachte: Wald, Luft, Licht und Sonne.
Die Wälder werden von der geplanten S34 zerschnitten, die Böden unter Asphalt und Beton begraben.
Die vom Wind über das Stadtgebiet getragene Luft wird mit Feinstaub und Abgasen verpestet.
Der Verkehr am Damm lässt Nadelbach in seinen Schatten fallen, noch ehe die Sonne am natürlichen Horizont den Tag beschließt.
Alles, was Waluliso als göttlich ansah, soll also vor unserer Haustüre der bereits jetzt überbordenden Ausbreitung des Automobils geopfert werden.
Und dabei habe ich das Wasser noch gar nicht erwähnt.
Dass die Folgen von Eingriffen in den Grundwasserkörper nicht zu unterschätzen sind, mussten wir beim Bau der Güterzugumfahrung (GZU) leidvoll erfahren.
Wir hatten eine Grundwasser-Wärmepumpe, die jahrelang problemlos funktionierte. Bis eben eines Tages die Pumpe auf Störung ging und Wassermangel anzeigte.
Damals stellte sich heraus, dass sich die Planer und Sachverständigen der GZU allesamt geirrt hatten und nicht nur unser Brunnen, sondern unsere ganze Gegend Wassermangel hatte.
So werden bis heute unvorstellbar hohe Wassermengen aus dem Boden abgeleitet. Als unmittelbare Folge daraus sind in einem Einzugsgebiet von Nadelbach bis runter nach Völtendorf Brunnen dauerhaft trockengefallen.
Nachdem die Verschuldensfrage glasklar war, hat uns die ÖBB damals die Kosten für eine Tiefenbohrung samt neuer Brunnenpumpe zur Gänze ersetzt und wenigstens für uns schien mit der Wieder-Inbetriebnahme der Wärmepumpe die Angelegenheit zufriedenstellend gelöst.
Aber weit gefehlt. Im nächsten Winter ging die Wärmepumpe wieder auf Störung, nur diesmal nicht wegen Wassermangel. Es stellte sich heraus, dass das über die Tiefenbohrung erschlossene Wasser eine aggresive chemische Zusammensetzung hat, die jeden Wärmetauscher binnen kürzester Zeit korrodieren lässt. Weit und breit war keine praktikable Lösung in Sicht.
Jeder kontaktierte Sachverständige hat uns mündlich bestätigt, dass der Schaden ursächlich mit der Grundwasserabsenkung durch die Güterzugumfahrung zusammenhängt.
Jeder dieser Gutachter hat uns aber andererseits auch mitgeteilt, uns dazu kein Gutachten gegen die ÖBB zu schreiben, weil sie fürchteten, sonst keine Aufträge mehr von ÖBB, Asfinag & Co. zu bekommen.
Man kann sich also jetzt schon warm anziehen, wenn man nach schwer wiegenden Planungsfehlern beim Straßenbau ähnliche Ansprüche gegenüber der Asfinag geltend machen möchte, wie wir damals gegenüber den ÖBB.
Nach allem, was uns vom leider mittlerweile verstorbenen Sachverständigen Dr. Lueger erklärt wurde, würden aller Voraussicht nach auch bei der S34 Planungsfehler schlagend.
Das beginnt schon einmal damit, dass bei der geplanten Untertunnelung des Hobby-Flughafens in Völtendorf etwa 25% des gesamten Trinkwasserbedarfs der St. Pöltner Bevölkerung planmäßig abgepumpt wird, um mittels künstlicher Grundwasserabsenkung den Tunnel trocken zu halten.
Wenn man sich die von der ÖBB bereits 2014 dokumentierte Auswirkung einer Absenkung im Bereich Pummersdorf auf die Grundwasserverhältnisse in Völtendorf anschaut, und man weiters weiß, dass hier größenordnungsmäßig dieselben Wassermengen (ca. 20-70l/s) abgepumpt werden, dann muss jedem heute schon klar sein, dass auch bei der S34 mit einem großräumigen Abfallen der Grundwasserniveaus zu rechnen sein wird.
Laut Dr. Lueger sei aufgrund der bekannten Tektonik entlang der Trasse absehbar, dass durch das enorme Gewicht von Damm und Straße die Grundwasserströme teilweise komplett abgedrückt würden – auch in dieser Hinsicht dürfte also mit einem bösen Erwachen zu rechnen sein.
Im UVP-Verfahren zur S34 war übrigens derselbe Amtssachverständige das Wasserthema zuständig wie im UVP-Verfahren zur GZU. Jeder soll sich seinen eigenen Reim daraus machen, was das bedeutet.
Wir mussten letztlich an die 50.000€ aus eigener Tasche berappen, um von Wärmepumpe auf Pellets-Heizung umzurüsten.
Bevor wir noch einmal zusehen, wie uns das Wasser abgegraben wird, sollten wir lieber darauf achten, dass uns das Wasser nicht mehr abgegraben wird.

Differenzplan – Grundwasserdruckniveau (Bildzitat aus Präsentation Wasserverhältnisse im seichtliegenden Tunnel von M. Höllrigl, R. Hödl, 2014): Das Absenken des Grundwasserniveaus entlang der GZU hat weitreichende Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt. Bei der GZU ist es auf Planungsfehler zurückzuführen, wogegen bei der S34 das massenhafte Vergeuden des Grundwassers zur Untertunnelung des Hobbyflugplatzes in Völtendorf vorsätzlich und fix eingeplant ist. Laut Projektunterlagen der Asfinag werden dadurch etwa 25% des Trinkwasser-Bedarfs der Stadtbevölkerung verschwendet… und wenn sich die Planer wieder verrechnet haben, dann noch viel mehr.
Do. 22.1.2026
Nicht unterkriegen lassen: Max Zirngast

Ich unterstütze den Protest gegen die S34. Einerseits, weil wir nicht mehr Beton brauchen, keine unnötige Versiegelung mehr, sondern Grünflächen und Versickerungsflächen. Mehr Straßen bedeuten keine Entlastung, sondern zumindest mittelfristig mehr Verkehr. Hier brauchen wir Alternativen: Öffentlichen Verkehr, bessere Radverbindungen, kürzere Wege nahe am Wohnort.
Ich unterstütze den Protest gegen die S34, aber auch, weil es mutige Stimmen aus der Zivilgesellschaft braucht, die für eine Sache einstehen. Es ist beeindruckend, wie sich hier in Nadelbach und im Protest gegen die S34 insgesamt so viele Menschen finden, die ihre Kraft und Zeit investieren. Das erfordert Mut und Ausdauer. Vor allem dann, wenn man damit den Mächtigen und politischen Entscheidungsträgern so richtig auf die Nerven geht.
Es ist gut, dass es solche Menschen und zivilgesellschaftliche Initiativen gibt. Und es ist gut, dass es sie geben kann. Ich habe selbst lange in der Türkei gelebt und dort miterlebt, mit welchen Repressionen die Menschen seitens des Staates überzogen wurden. Sie haben sich für die gerechte Sache eingesetzt, für das, was ihnen wichtig war und dabei sogar ihr Leben, zumindest aber ihre Freiheit riskiert. Dennoch hat sich die gesellschaftliche Opposition in der Türkei nicht unterkriegen lassen. Das war etwas, was ich immer sehr bewundert habe.So weit sind wir in Österreich noch lange nicht. Aber wir sind keine Insel der Seligen, abgeschottet von der Welt und auch hier bei uns greifen autoritäre Tendenzen um sich und die Mächtigen bevorzugen immer stärker autoritäre Methoden, um ihre Interessen durchzusetzen. Deswegen begrüße ich den Einsatz der Initiative Stopp S34 und hoffe, dass diese Stimmen weiter kritisch und unnachgiebig für ihre Sache einstehen.
Mi. 21.1.2026
Vergessenes Nadelbach: Familie Kleemann

Ferdinand und Doris Kleemann, ihre beiden Jungs Lukas und Tobias sowie der Pudel Rocco sind am westlichen Ortsrand von Nadelbach zu Hause. Heute sind die Kleemanns unsere Gastgeber am Protest Podest. Doris versüßte den Gästen den eisig kalten Tag mit frisch gebackenem Eierlikörkuchen.
Viel Liebe, Zeit und Geld haben Ferdinand und Doris über Jahre hinweg in ihr zu Hause gesteckt. So manche Familie reist Jahr für Jahr um die halbe Welt, um ein paar Tage oder Wochen an einem fremden Ort in einem Luxusresort zu verbringen. Die Kleemanns haben sich hingegen ein kleines Paradies daheim geschaffen und verbringen dort sehr gerne ihre Zeit.
Auf der Suche nach dem schönsten Garten in St. Pölten hat es die grüne Oase der Familie Kleemann im Sommer 2024 sogar bis ins Finale geschafft, das wurde damals aber aufgrund der Hochwasserkatastrophe im September abgesagt.
Ferdinand ist leitender Sachverständiger zur Erhebung von Bauschäden. Gefragt, ob er für den Fall der Realisierung der S34 Bauschäden am eigenen Haus und Garten befürchtet, verneint er sofort. Für direkte Schäden am Haus sei der geplante bauliche Eingriff wohl zu weit entfernt.
Im Fall der Schnellstraße im unmittelbaren Wohnumfeld stellt sich der Schaden in ganz anderer Weise dar. Bauschäden, die wir begutachten, lassen sich in den meisten Fällen wieder beheben, aber was uns in Nadelbach mit dem Straßenbau droht, ist gänzlich irreparabel.
Wir haben uns hier einen Lebenstraum verwirklicht, um am Rande der Landeshauptstadt die Kinder gesund und glücklich aufwachsen zu lassen und eine gute Zeit miteinander zu verbringen.
Wir können weder das Haus, noch den Garten einpacken und in sicherer Entfernung wieder irgendwo anders aufstellen.
Keine Versicherung der Welt und kein noch so gutes Schallschutzfenster kann das wieder gut machen, was diese Straße bei uns hier an dauerhaftem Schaden verursachen würde.
Aus dem Lageplan der geplanten Trasse ist ersichtlich, dass wir das Grundstück haben, das mit gerade einmal 150m wahrscheinlich unter allen Betroffenen Anrainern die unmittelbarste Nähe zur Straße hat.
Rechtlich maßgeblich bei der Beurteilung des Lärmschutzes ist beim Straßenbau leider nicht der Lärm im Garten, sondern ausschließlich jener im Haus, hinter geschlossenen Schallschutzfenstern.
Alle möglichen Geschichten hat uns die Asfinag aufgetischt, beginnend damit, dass wir vom Lärm der Straße gar nicht schlimm betroffen seien, weil sich der Lärm erst jenseits unseres Grundstücks entfalten würde. Und dann behaupteten sie, dass es Abgase und Feinstaub von der Straße gar nicht zu uns vertragen würde, weil der Westwind aufgrund der Dammhöhe des Straßenbaus ohnedies verebben würde. Schließlich auch noch, dass wir nicht darum bangen müssten, dass die Sonne früher untergehen würde. Sogar die seiner Meinung nach unerhebliche Zeitdifferenz zwischen dem Sonnenuntergang am Horizont und jenem hinter der 17m über der Erde geführten Straße hat uns ein Fachmann mit einem Simulationsprogramm vorgerechnet, um unsere Bedenken zu zerstreuen.
Wenn man sich in 150m Entfernung neben jeder x-beliebigen Schnellstraße gegen die Windrichtung und mit Blick auf Sonnenuntergang hinstellt, tief einatmet, hinhört und das durch Mark und Bein gehende Dröhnen des Straßenverkehrs über den gesamten Körper wahrnimmt und dann auch noch probiert, den Sonnenuntergang hinter Lärmschutzwänden und vorbeibrausenden LKWs zu genießen, dann ist völlig klar, dass sich Feinstaub, Abgase, Lärm und die abstoßende Hässlichkeit einer hochrangigen Straße nicht durch ein von der Asfinag herbeigeredetes Wunder in Nichts auflösen werden.
Vielmehr wird unsere Familie, was Schadstoffe, Lärm, Verlust an Lebensqualität und Entwertung des Eigentums anlangt, mit Sicherheit eine der am schlimmsten betroffene Haushalte entlang der gesamten Trasse sein.
Kein Sachverständiger der Welt wird sich in unseren Garten stellen und uns nach Prüfung der Fakten ein seriöses Angebot zur Schadenswiedergutmachung unterbreiten können, denn der Schaden, der hier von den Straßenbauern angerichtet werden würde, ist weder mit Geld, geschweige denn mit baulichen Maßnahmen an Haus oder Straße jemals wieder gut zu machen.
Gleich zwei Mal in den drei Stunden am Protest Podest rückte Doris aus: zunächst um Tobias von der Schule abzuholen, weil zu dieser Zeit kein Schulbus mehr nach Nadelbach fährt, und um die Jungs zum Fußballtraining nach Ober-Grafendorf zu bringen. Die allermeisten Freunde unserer Kinder sind tagtäglich mit den Öffis unterwegs, nur unsere Jungs sind immer noch auf uns Eltern angewiesen, um von hier nach dort zu kommen.
Wir leben hier 2026 in Nadelbach in einem Ortsteil der niederösterreichischen Landeshauptstadt, wo kein öffentlicher Verkehr hinführt, wo das Internet schmalbandig aus der verdrillten Telefonleitung kommt, wie vor 35 Jahren. Nicht einmal ein öffentliches Kanalsystem gibt es hier.
Und weil der Galgenhumor auch nicht zu kurz kommen darf, werden wir von Freunden inzwischen gehänselt, weil die Asfinag jetzt auch noch darauf vergessen hat, uns Nadelbachern eine Auffahrt auf die S34 zu bauen.
Es scheint so zu sein, als hätte man seit Jahrzehnten bei der Stadtplanung auf Nadelbach einfach vergessen.
Vielleicht trägt unsere heutige Geschichte bei den Entscheidungsträgern dazu bei, sich daran zu erinnern, dass auch in Nadelbach St. Pöltnerinnen und St. Pöltner leben, die darauf hoffen, nicht vergessen, fallengelassen und im direkten Wortsinn überfahren zu werden.
Di. 20.1.2026
Einladung an den Bürgermeister: Elisabeth Kern

Unsere heutige Gastgeberin, die gebürtige Wetzersdorferin Elisabeth Kern, lässt heute mit einer Einladung an den Bürgermeister aufhorchen.
Neben den üblichen Verdächtigen hat am heutigen Foto auch ein alter Amarok mit neuer Lichtmaschine seinen Gastauftritt. Stellvertretend für die zahlreichen Autos, die viele Besucherinnen und Besucher der vergangenen Wochen und Monate an einen Ort unserer Landeshauptstadt gebracht haben, wo 2026 immer noch kein öffentliches Verkehrsmittel hinführt.
Elisabeth hat uns heute frische Freilandeier und ein altes Tagebuch ihres Großvaters mitgebracht.
Die Freilandeier versinnbildlichen Elisabeths Zukunft, denn sie stammen vom Eierhof Haidn aus Pyhra, dem Betrieb ihres Verlobten und Vater des gemeinsamen Sohns Jakob, der vor gerade einmal einem halben Jahr zur Welt kam.
Im Tagebuch hat Elisabeths Großvater Josef Kern die Geschichte des Hauses zusammengefasst, in dem sie selbst aufwuchs. Daraus geht hervor, dass der Betrieb schon einmal 3ha an Grund und Boden abtreten musste, nämlich 1939 für die Errichtung des Garnisonsübungplatzes (GÜPL) in Völtendorf.
Damals wurden den Bauern Flächen entzogen, um dem Krieg Platz zu machen. Heute werden Betriebe enteignet und bäuerliche Existenzen bedroht, weil die Politik inzwischen scheinbar mehr für Milliardeninvestitionen in den Autoverkehr übrig hat, als für die weitaus günstigere Bewahrung unserer Lebensgrundlagen.
Hinzu kommt, dass landwirtschaftliche Betriebe nicht nur auf die Flächen im Eigentum angewiesen sind, sondern genauso auf Pachtgründe in Hofnähe.
Auch der elterliche Betrieb meiner Eltern in Wetzersdorf wäre vom Bau der S34 direkt betroffen, wobei das genaue Ausmaß an Flächenverlusten wegen der Ausgleichsflächen noch unklar ist.
So wie sich das die letzten anderthalb Jahrzehnte zugespitzt hat, ist für viele Betriebe im Umfeld der projektierten Schnellstraße überhaupt nichts mehr lägerfristig planbar, schon gar nicht so, dass man als junger Mensch sein Leben darauf aufbauen kann.
Ich bin heute 27 Jahre alt und die mittlere von drei Schwestern. Seit meiner Jugend, wo die Stadt gegen die eigenen Landwirte antrat, um sich den GÜPL, also auch den Flächenanteil, der meinen Urgroßeltern im Krieg weggenommen wurde, für die „eigene Grundstückspolitik“ zu sichern, geistert immer wieder eine Frage in meinem Kopf herum, ohne sie jemals wirklich gestellt zu haben:
Bürgermeister Stadler, wie stellst Du Dir das mit der Grundstückspolitik wirklich vor?
Wenn Du über unsere Grundstücke entscheidest, dann kann ich keinen Plan für meine Zukunft schmieden.
Der Satz verfolgt mich deshalb so beharrlich, weil ich so viele gleichaltrige Freunde und Bekannte habe, die sich genau aus solchen Gründen trotz ihrer Leidenschaft für die Landwirtschaft gegen die Betriebsübernahme und gegen den bäuerlichen Beruf entschieden haben.
Hofübernahmen scheitern und traditionsreiche Betriebe geben endgültig auf, weil Begehrlichkeiten von Politik, Investoren und Lobbys wie ein Damoklesschwert über den Betrieben hängen, so wie bei uns im Fall der S34.
Ich möchte die Gelegenheit am Protest Podest nutzen, Herrn Bürgermeister Stadler einzuladen:
Ich lade Sie persönlich dazu ein, nach der Wahl mit mir und weiteren betroffenen Bäuerinnen und Bauern Zeit zu verbringen.
Ziel einer solchen Zusammenkunft wäre, ein gemeinsames Bewusstsein darüber zu entwickeln, welche Werte im ländlich geprägten Teil unserer Stadt der Dörfer wirklich auf dem Spiel stehen und welche Zukunftsperspektiven mit der verlässlichen Bewahrung St. Pöltens gesunder Erde einhergehen könnten.

Schlimm genug, dass die Familie Kern bereits im 2. Weltkrieg 5 Joch (knapp 3ha) Grund und Boden für den GÜPL abtreten musste. Dass die damals den Bauern entzogenen Flächen in Friedenszeiten von einer künftigen Stadtregierung dazu genutzt würden, einem gigantischen Straßenbau den Weg zu ebnen und damit den Bauern und der regionalen Lebensmittelproduktion den Garaus zu bereiten, hätte früher wohl niemand für möglich gehalten. Auf ein politisches Einlenken darf weiterhin gehofft und hingearbeitet werden.
Mo. 19.1.2026
Schützenhilfe von Greenpeace: Alexander Egit

Was für ein fulminanter Start in die letzte Woche am Protest Podest!
Mag. Alexander Egit, Greenpeace-Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender von Greenpeace Europa, bezieht heute Stellung, gemeinsam mit Bodenschutz- und Landwirtschaftsexpertin Melanie Ebner.
Seit 20. September 2025 ist das Protest Podest ein Ort des Austausches und der Ermutigung für Viele. Die hier aufgedeckten Missstände gelten sinngemäß für ganz Österreich. So kann es mit motorisiertem Straßenverkehr, Bodenfraß und Versiegelung nicht mehr weitergehen.
Für Melanie Ebner ist das Projekt S34 ein Paradebeispiel für die Flächenverschwendung in Österreich:
Das ist so eine Fläche, wo man sich echt auf den Kopf greift und sagt, muss das wirklich sein?
Angesichts des sorglosen Umgangs mit unseren landwirtschaftlichen Flächen ist es nicht weiter verwunderlich, dass hierzulande immer noch rund 10ha pro Tag in Anspruch genommen werden. Da ist die Politik gefragt, unter andern unser Landwirtschaftsminister Totschnig, um die wichtigen landwirtschaftlichen Böden zu schützen.
Wir dürfen eigentlich gar keinen Boden mehr verbauen, ansonsten bekommen wir ein Problem mit der Lebensmittelversorgung, der Wasserversorgung, in den Städten mit der Hitzeentwicklung und ebenso mit dem Überschwemmungsrisiko.
Alexander Egit: Zentraler Punkt ist die Gesamtsituation mit 10ha Flächeninanspruchnahme pro Tag in Österreich. Ziel ist aber 2,5ha und zwar mit netto Null, d.h. alles was zusätzlich versiegelt wird muss an anderer Stelle wieder entsiegelt werden.
Das Projekt S34 ist ein Musterbeispiel dafür, dass genau das Gegenteil geleistet wird: Wir reden hier sicher von mehreren 100 ha Flächeninanspruchname durch zusätzliches Versiegeln, das durch die S34 ausgelöst wird. Das widerspricht ganz klar der gesamtösterreichischen Zielsetzung.
Auch die damit einhergehenden CO2-Emissionen widersprechen ganz klar den Zielen des Staates.
Wir haben vom Umweltbundesamt gehört, dass wir ohne weitere Maßnahmen bereits 2030 etwa 20Mio t zu viel emittieren werden, diese Verfehlungen sind ja nicht nur fürs Klima unerträglich. Sie sind auch fürs Budget inakzeptabel, weil wir dadurch natürlich gezwungen sind, mehrere Milliarden Strafzahlungen pro Jahr zu leisten.
Die besondere Stärke dieses Miteinanders von Greenpeace und Forum Klimahauptstadt mit dem Protest Prodest besteht im Sichtbarmachen:
Sichtbarmachen der individuellen Betroffenheit und Interessen zahlreicher Menschen und Familien hier in St. Pölten auf lokaler Ebene, und das Sichtbarmachen der Missstände im übergeordneten Kontext. Die Möglichkeiten und das Engagement von Greenpeace als eine weltweit führende Organisation im Umwelt-, Natur-, und Klimaschutz ist hier von entscheidender Bedeutung.
Alexander Egit:
Wir unterstützen natürlich gerne auch im Kontakt mit der Politik.
Greenpeace hat in wenigen Tagen ein Gespräch mit Verkehrsminister Hanke, wo wir das Thema selbstverständlich mitnehmen werden und versuchen, eine dementsprechende Positionierung zu erreichen.
Das Forum Klimahauptstadt ändert nach planmäßigem Abschluss der täglichen Vor-Ort-Aktivitäten am Protest Podest nach dem 25. Jänner 2026 die Form des friedlichen Widerstands und der Bewusstseinsbildung. Leiser werden wir deswegen aber nicht.

Unsere heutige Vernetzung mit Greenpeace signalisiert, dass wir künftig noch stärker nach außen gehen werden.
So. 18.1.2026
Energie- und Verkehrswende: Dr. Josef Kamleitner

Unser heutiger Gastgeber ist der aus Schwadorf stammende Mathematiker und Naturwissenschaftler Dr. Josef Kamleitner. Beruflich wie privat setzt er sich dafür ein, Energie effizient zu nutzen und Ressourcen zu schonen.
Als Student der technischen Physik und technischer Mathematik erreichte ich noch per Mariazellerbahn den St. Pöltner Hauptbahnhof, um nach Wien zu pendeln. Heute ist Schwadorf weiträumig vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten.
Nach Studienabschluss schlug ich eine wissenschaftliche Laufbahn ein, zog in die Schweiz und befasste mich an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne eingehend mit dem vierten Aggregatzustand – dem Plasma, um der Realisierbarkeit einer kontrollierten Kernfusion nach dem Vorbild der Sonne näherzukommen.
Neben meiner Begeisterung für die Plasmaphysik mauserte ich mich in meiner Zeit in Lausanne auch zum begeisterten Radfahrer.
Nach meiner Promovierung zog ich wieder nach St. Pölten und wechselte in die Privatwirtschaft.
Heute beschäftige ich mich beruflich damit, die Energiewende voranzubringen. Bei der erneuerbaren Energie besteht eine wesentliche Herausforderung darin, sie nicht unnötig über weite Strecken zu transportieren, sondern regional zwischenzuspeichern oder direkt zu nutzen. Das ist ein vielschichtiges Optimierungproblem, und je besser wir das in den Griff bekommen, desto weniger Aufwand muss künftig in den Netzausbau gesteckt werden.
Ein einfaches Beispiel einer solchen Optimierung kennt so mancher im eigenen Haushalt, z.B. indem man die Waschmaschine dann einschaltet, wenn die Sonne auf die PV-Module am Dach scheint. Mittels verschiedenster Prozess- und Umweltdaten, statistischer Methoden und KI-Modellen realisieren wir Regelungen, die das gesamte Energiemanagement von Haushalten, Betrieben oder Ortschaften vollautomatisch möglichst optimal hinbekommen sollen.
Mit meiner Frau und unseren beiden Töchtern lebe ich jetzt in Ratzersdorf, wo wir vieles fußläufig erledigen können. Im Gegensatz zum elterlichen Bauernhof in Schwadorf sind wir in Ratzersdorf mit stündlich etwa 5 Bussen auch bestens an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.
Als mein Auto dabei war, endgültig den Geist aufzugeben, haben wir uns entschieden, mit einem Auto durchkommen zu wollen, zur Arbeit nach Wien pendle ich ohnedies öffentlich.
Nach kurzer Recherche begeisterte ich mich für ein auch für sportlichere Fahrweise ausgelegtes E-Lastenrad, von dem es in Österreich noch kein Vorführmodell gab. Den Besuch einer Fachtagung in der Schweiz nutzte ich, um eine Probefahrt zu machen, bestellt habe ich dann bei einem Fachhändler in Texing. Mittlerweile sind Lastenräder auch in St. Pölten schon weiter verbreitet und einfacher verfügbar.
Im Alltag hat sich das Lastenrad bestens bewährt, unsere beiden kleinen Töchter finden problemlos Platz.
Heute habe ich am Weg hierher den Weihnachtsbaum zum Grünschnitt-Container gebracht und letztens hat das Fahrrad auch die Feuerprobe mit Bravour bestanden, da habe ich 4 Säcke Drainagemörtel mit einem Gesamtgewicht von 100kg von Ratzersdorf nach Pultendorf gebracht.
Per Lastenrad ist es auch nochmals ein ganz anderes Fahrerlebnis als mit dem Auto, denn am Rad ist man der Natur und den Menschen auch gefühlt viel näher als durch die Windschutzscheibe im klimatisierten Wohnzimmer auf Rädern.
Das im Haushalt verbliebene Auto haben wir inzwischen auch durch ein Vollelektrisches getauscht. Das brauchen wir weiterhin, wenn wir gemeinsam nach Schwadorf fahren, oder zu Ausflugszielen, die nicht öffentlich erreichbar sind. Hier besteht in Niederösterreich vor allem am Wochenende und in den Ferien Verbesserungsbedarf.
Den elterlichen Bauernhof in Schwadorf hat jetzt mein Bruder übernommen. Von da her ist mir bewusst, welchen Schaden die geplante Schnellstraße verursachen würde.
Ich selbst habe als Kind mit meinem Bruder unserem Vater dabei geholfen, Richtung Spratzern Bäumchen zu pflanzen, die jetzt prächtig dastehen. Geht es nach den Plänen der Straßenbauer, sollen diese wieder geschlägert werden, um einer Schotterwüste Platz zu machen, einem Retentionsbecken für die gigantische Straße.
Meine Verwandtschaft und meine Freunde, die mit der Natur arbeiten, müssen seit Jahrzehnten mit der psychischen Belastung leben, dass alles, was sie Tag für Tag aufbauen, pflegen und hegen, mit einem Streich zunichte gemacht werden kann, wenn es an die Umsetzung dieser Schnellstraße geht.
Ich würde mir wünschen, dass man von diesem Projekt absieht und ihnen endlich die Sicherheit gibt, dass die Lebensgrundlagen für sie und ihre Familien dauerhaft erhalten bleiben.
Sa. 17.1.2026
Der Unterschied zu Hainburg: Prof. Bernd Lötsch

Prof. Bernd Lötsch, dessen entscheidende Rolle in zeitgeschichtlichen Umweltfragen unseres Landes nicht hoch genug einzuschätzen ist, stand uns heute am Protest Podest wieder mit Rat und Tat zur Seite.
Mehr Bäume wie diesen wünscht sich Prof. Lötsch gleich nach seiner Ankunft am Protest Podest. Er zeigt dabei auf das einsame, unserer Ehrenbürgerin gewidmete Ahorn-Bäumchen neben der Aussichtswarte.
Ich empfehle, hier weitere Bäume zu pflanzen: als Mahnwache gegen den Straßenbau und als Kristallisationspunkt der gewaltfeien Bürgerbewegung, die sich an diesem Ort am Protest Podest über Monate hinweg formiert hat, um sich für kommende Herausforderungen zu wappnen.
Die Art und Weise, wie wir diesen Fall lösen können, ist ein Prüfstein für unsere Demokratie, ein Prüfstein für intelligente Zukunftspolitik.
Österreich ist weltweit bekannt für seine Künstler und auch für das Neujahrskonzert. Der hier geplante Großstraßenbau fördert nach wie vor die falsche Verkehrsform und passt so ganz und gar nicht in das Bild einer hochrangigen Kulturnation.
Dabei könnte Österreich aus kulturellen Gründen eine Klimapolitik etablieren, die weltweit richtungsweisend werden kann. Erreichbar wäre dies mit einem von der Politik angeleiteten Selbstverständnis, das in jeden einzelnen Haushalt reicht.
Das beginnt mit der Bausubstanz, indem man mehr Bestand adäquat renoviert, statt alles abzureißen und neue Kästen hinzustellen. Mit einem Modell nach Vorbild der Tennessee Valley Authority wäre es möglich, unter Einbeziehung von Energieberatern zielgerichtete Maßnahmen zu setzen, den Verbrauch Schritt für Schritt zu reduzieren und Abläufe effizienter zu gestalten.
Teile der nachhaltig eingesparten Mittel könnten dazu herangezogen werden, regionale Wirtschaftskreisläufe anzukurbeln. Eine solche Revitalisierung von Altstädten oder ganzen Regionen wäre eindeutig ein kultureller Fortschritt.
So ist mir die Idee gekommen, dass sich gerade Österreich hervorragend dafür eignen würde, bekannt zu werden als ein Land, das die Reduktion von Energieverbrauch mit kulturellem Fortschritt verbindet.
Ich habe Jahre meines Lebens mit dem Kampf gegen Zwentendorf verbracht. 30.000 Stimmen haben damals den Ausschlag gegeben in der Atomenergiefrage, um das fertig gebaute Kernkraftwerk als Denkmal einer obsoleten Technologie stehen zu lassen. Heute noch nennen Atomenergiekritiker aus aller Welt Österreich als Vorbild.
Immer wieder kommen Gegner hochrangiger Straßenbauprojekte auf Hainburg zu sprechen.
Im Fall Hainburg konnte die Gegenseite wenigstens sagen, dass das, was wir gerade im Begriff sind, zu verhindern, seine Baukosten durch die Stromproduktion hereinspielen würde.
An eine vergleichbare Amortisation ist bei dieser kostspieliegen Schnellstraße keineswegs zu denken. Zudem werden die Mauteinnahmen aufgrund der Zweckbindung ausschließlich der Erhaltung und dem weiteren Ausbau des hochrangigen Straßennetzes dienen.
Durch die Kapitalkonzentration, die sich bei der Asfinag abspielt, wird sie natürlich zur gesellschaftspolitischen Macht etwa mit Annoncen und mit dem Finanzieren von Journalismus.
Wenn der Straßenbau in dieser Form zum direkten Geschäft gemacht wird, dann ist Österreich überhaupt nicht mehr zu retten.

Um Österreich doch noch zu retten, wollen wir gemeinsam mit Prof. Lötsch den Tricksereien der Straßenbauer ein Ende setzen. Dazu tüftelten wir in gemütlicher Runde an weiteren Plänen.
Fr. 16.1.2026
(Kein) Respekt vor Eigentum: Franz Pandion

Die heutigen Gäste am Protest Podest werden vom Hafinger Landwirt Franz Pandion mit aufschlussreichen Hintergrundinformationen und köstlichem Marmorkuchen bestens versorgt.
Franz hat das Glück und das Pech, von Vater und Großvater gleich zwei Landwirtschaften übernommen zu haben.
Das Glück besteht darin, dass der Hof damit so groß ist, dass der 42 jährige Vater dreier schulpflichtiger Kinder damit über genug Flächen verfügt, um den Milchbetrieb im Haupterwerb führen zu können.
Das Pech ist: Der zweite Hof mit etwa 7ha Wiese befindet sich östlich von St. Pölten im über 15km entfernten Perschenegg, und eine ebenfalls rund 15km entfernte 5ha große Dauerwiese mit 1ha Wald in Pömmern im Gemeindegebiet von Wilhelmsburg.
Die zahlreichen Arbeitsschritte – Mähen, Zetten, Schwaden, Pressen, Wickeln, Laden und Einbringen des Heus – zusammengechnet ergeben übers Jahr gerechnet etwa 70 Fahrten mit Traktor samt Fontlader, also hin und retour insgesamt 140 Fahrten.
Die Route wähle ich nach Maßgabe der Sicherheit und der grundsätzlichen Befahrbarkeit mit dem landwirtschaftlichen Zug, der eine Länge von bis zu 18m hat. Rechtwinkelige Kreuzungen mit Straßenschildern und zu enge Kurven machen eine freie Routenwahl, wie wir das vom Auto so selbstverständlich gewohnt sind, unmöglich.
Mir ist natürlich aufgrund entsprechender Aussagen durchaus bewusst, dass unser Bürgermeister wenig Freude damit hat, wenn unsere Wege mit dem Traktor durch das Stadtzentrum führen.
Wir sind die Bauern der Stadt der Dörfer und natürlich tragen wir das Unsrige dazu bei, dass das mit einem guten Zusammenleben und einem reibungslosen Verkehrsfluss auch bestmöglich klappt.
Meine bisher bewährten Routen abseits des Stadtzentrums würden durch die S34 aber samt und sonders abgetrennt. Die Pläne der vorgesehenen Durchbindungen kenne ich natürlich, die damit verbundenen Routen sind aber für meine Wege nicht praktikabel.
Künftig bleibt damit für mich gar keine andere Wahl, als über B1 und Europaplatz zu fahren, um nach Perschenegg zu kommen.
Ich bin mit ganzem Herzen Landwirt und möchte den Betrieb auch langfristig weiterführen. Ob das klappen kann, hängt unter anderem davon ab, wie man jetzt und in Zukunft unser Recht auf Eigentum würdigt.
Seit 2002 gab es Forderungen der Stadt St. Pölten gegen uns, Grund für eine nachrangige Straße abzutreten. Bereits 2011 hat das Gericht rechtskräftig festgestellt, dass eine Enteigungsbescheid der Stadt unrechtmäßig war und mein Recht, einen landwirtschaftlichen Betrieb im Vollerwerb führen zu können, jedenfalls überwiegt.
Wie wenig sich die Stadt St. Pölten von solchen rechtskräftigen Urteilen beeindrucken lässt, sieht man unter anderem daran, dass bis heute ein Teil meines Grundstücks rechtswidrig asphaltiert ist und im Integrierten Stadtentwicklungskonzept von 2016 und auf diversem aktuellen Kartenmaterial eine Straße über meinen Grund und Boden eingezeichnet ist. Diese falsche Ausweisung meines Grund und Bodens führt zu Besitzstörungen am laufenden Band, sogar durch Fahrzeuge der Stadt selbst.
Bei einer weitaus größeren und allemal existenzbedrohenden Sache hat es mir dann aber wirklich den Atem verschlagen:
Ohne zu wissen, dass ich Eigentümer der entsprechenden Grundstücke bin, hat mir ein Vertreter der Stadtverwaltung mit einer geradezu ungeheuerlichen Selbstverständlichkeit erklärt, wenn erst einmal die S34 gebaut sein würde, dann würde hier – auf meinem Grund und Boden – gleich auch eine ordentliche Park&Ride Anlage errichtet werden.
Wenn schon Vertreter der Verwaltung mit derartigen Ansagen aufhorchen lassen, dann muss uns auch klar sein, wie schnell über heute schon umtriebig bei uns herumlaufende Immobilienhaie und Mittelsmänner die übrigen Flächen abgeluchst, versiegelt und verbaut sein werden, wenn die S34 erst einmal gebaut ist. Der Westen unserer Stadt, unser Jahrhunderte alter Kultur- und Lebensraum, der uns alle ernährt, würde binnen kürzester Zeit zum hässlichsten Schandfleck der Landeshauptstadt mutieren.
Ich persönlich nehme das als Bank-Mentalität dieser Menschen wahr: Wenn die Herrschaften Geld brauchen, dann gehen sie wie selbstverständlich zur Bank und holen sich etwas ab, das ihnen gar nicht gehört. Zu den Bauern gehen sie mit der gleichen Einstellung und erwarten, dass wir ihnen den Boden geben, der ihnen nicht gehört.
Nur ist das mit der Geldwirtschaft etwas grundlegend anderes als mit der Landwirtschaft: Geld wird durch die Zentralbanken nach Bedarf vermehrt, während der Grund und Boden, von dem wir uns alle ernähren, dann einfach weg ist, wenn er erst einmal den Bauern abgeluchst und unter Asphalt und Beton vergraben ist.

Do. 15.1.2026
Süßes Geheimnis – Protest am Podest

Krankheitsbedingt musste unser für heute angesagter Gastgeber leider passen. Vom Protest Podest aus wünschen wir Dr. Alfred Benesch, dem Urheber der von der Stadt unter den Teppich gekehrten Biotopkartierung, eine baldige Genesung.
Spannend war der heutige Nachmittag allemal, denn die Nesslingers kamen heute gleich in doppelter geheimer Mission: Das erste Geheimnis betrifft einen interessierten Gast, der es heute vorzog, diskret im Hintergrund zu bleiben. Das andere – „süße“ – Geheimnis war Teil der mitgebrachten Stopp S34 Krapfen.
Wir ließen die bisherige Woche revue passieren, von einer Pressekonferenz des Bürgermeisters am Montagmorgen zur geplanten Renaturierung der Traisen samt Südseeträumen bis zur gestrigen, recht zivilisiert abgelaufenen Diskussion der Spitzenkandidaten, bei der sich vieles um den den Ausbau des öffentlichen Verkehrs drehte.
Mit einem Textzitat aus einer Publikation von Dr. Alfred Benesch erinnern wir heute daran, dass die Stadt St. Pölten die Biotopkartierung bis heute nicht herausgegeben hat:
Ob tatsächlich dauerhaft gebündelte wirtschaftliche und politische Interessen mit großen (Stadt-)Marketingaufwand eine „nüchterne“ Stadtentwicklung auf Basis von Fakten ersetzen können?
Nein, denn überall dort, wo die geregelte Stadtplanung ausgehebelt wurde, sind dysfunktionale Stadtentwicklungen zu beobachten.
Textzitat aus A. Benesch (2024) ZWISCHEN EIN- UND VIELFALT: DIE STADT AM LAND zoll+, Nummer 44, Seite 47

Mi. 14.1.2026
Perlen aus St. Pölten: Marcel Schuller

Unser heutiger Gastgeber ist Marcel Schuller. Er erklärt uns, dass der Boden, auf dem wir stehen, ein essenzieller Rohstoff für ein ganz besonderes Produkt ist, das seit 1924 in St. Pölten produziert wird.
Das St. Pöltner Traditionsunternehmen Stauss-Perlite GmbH ist vor allem für seine expandierten Perlite bekannt. Es entwickelt und produziert mineralische, kunststoff- und chemikalienfreie Produkte für ein mittlerweile sehr breites Anwendungsspekrum vom Bau, über die (Regen)Wasser-Speicherung bis hin zum Reitplatzbau.
Seit 1924 gewinnt Stauss-Perlite im Bereich des Protest Podests Lehm zur Herstellung eines Putzträgers, der im wahrsten Sinn des Wortes eine tragende Rolle einnimmt und von regional bis global eine entscheidende Nische im Bauwesen abdeckt.
Ob Denkmalschutz, ökologisches Bauen oder Kunsthandwerk: Unser Ziegelgewebe hat einzigartige Eigenschaften in Bezug auf dreidimensionaler Formbarkeit, Feuerfestigkeit und in Kombination mit den expandierten Perliten einen hervorragenden Schallschutz. Diese Eigenschaften machen die Produkte für viele Anwendungsfälle quasi unersetzlich.
Nur wenige Wochen im Jahr herrschen hier in Nadelbach geeignete Bedingungen vor, um von der Lehmgrube in Nadelbach die für die Produktion notwendige Lehm abzubauen. Wir lagern diese im knapp 1 km entfernten Werk auf Vorrat ein. Nur durch die Nähe des Abbauorts zur Produktionsstätte ist die Herstellung dieses Ziegelgewebes noch wirtschaftlich darstellbar.
Genauso wie die hiesigen Landwirte sind auch wir auf den hochwertigen Boden angewiesen, d.h. wenn die Flächen großflächig verbaut würden, würde auch unserem Produkt, das ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in unserem Portfolio darstellt, das endgültige Aus drohen.
Di. 13.1.2026
Verfehlung der Klimaziele: Protest am Podest

Laut heute publik gewordenem Report des Umweltbundesamts wird Österreich bereits 2030 seine Klimaziele krachend verfehlen, denn schon 2030 drohen Milliardenstrafen im Ausmaß von bis zu 10Mrd. €.
Dies bestätigt unsere zurückliegenden Schreiben an die Bundesminister Hanke und Totschnig, weil laut Plänen der Straßenbauer bereits 2035 der motorisierte Straßenverkehr das gesamte CO2-Budget verprassen soll.
Die Publikation des Umweltbundesamtes zeugt einmal mehr von der Irrwitzigkeit der Pläne unserer Bundesregierung, uns mit noch mehr Straßen den Weg in die Klimahölle und in die Staatspleite zu ebnen.

Nein danke, Herr Minister Hanke!
Beherzigen Sie die vom Umweltbundesamt zutage geförderten Fakten.Revidieren Sie ihre Position und lenken Sie ein, ehe wir alle aufgrund gravierender Verfehlungen im Zuständigkeitsbereich Ihres Ministeriums in die Klimahölle fahren.
Mo. 12.1.2026
Die Botschaft am Leinentuch: Ingrid Wittchen

Ressourcenschonendes Leben spielt für Ingrid Wittchen eine zentrale Rolle. Die im Unruhestand befindliche ehemalige Sozialarbeiterin ist heute unsere Gastgeberin am Protest Podest.
Als gläubige Christin und Mutter zweier Kinder spielt für mich das Thema Schöpfungsverantwortung eine zentrale Rolle.
Wenn man rund 1% der Gesamtfläche St. Pöltens in Anspruch nimmt, um eine gerade einmal 9km lange Schnellstraße zu bauen, dann stimmen die Relationen schon nach der Papierform überhaupt nicht mehr zusammen. Wenn dann noch 25% des gesamten Wasserbedarfs der Stadtbevölkerung bei der Untertunnelung des Hobbyflughafens in Völtendorf Jahr für Jahr vorsätzlich vergeudet und das Grundwasser am Poppenberg gänzlich zum Versiegen gebracht wird, dann ist das inakzeptabel.
Hier sind verschwenderische Planungsgrundsätze aus dem vorigen Jahrhundert zur Anwendung gekommen, die inzwischen nicht mehr tragfähig sind und dauerhaft unterbunden werden müssen.
Das gilt erst recht, als sich die projektgemäßen Verkehrsprognosen als falsch erwiesen haben. Sogar die Stadt St. Pölten selbst hat im Rahmen ihrer 2024 durchgeführten Mobilitätserhebung festgestellt, dass der Verkehr in den letzten 10 Jahren deutlich abgenommen hat.
Es besteht also auch aus verkehrspolitischer Sicht kein Bedarf an einer Erweiterung des Straßennetzes, sondern vielmehr an einer unverzüglichen zeitgemäßen Ertüchtigung der bis heute sträflich vernachlässigten Traisentalbahn und des übrigen öffentlichen Verkehrs.
Ich bin heute gerne eine knappe dreiviertel Stunde zu Fuß von mir zu Hause hierher spaziert. Den Menschen hier in Nadelbach und Pummersdorf muss es schon wie eine reine Verhöhnung vorkommen, wenn sie jahrelang keinen Öffi-Anschluss, dafür aber eine vierspurige Autobahn bekommen sollen, die sie noch mehr von der Welt abschneiden würde.
Wenn man sich dann noch genauer anschaut, welche Flächen hier betroffen sind, dann wird klar, dass dieser Straßenbau sowohl die regionale Ernährungssicherheit als auch die wertvollsten Naturgebiete und Naherholungsräume zunichte machen und Wasserschongebiete gefährden würde. Mit dieser Straße würden man also der Stadtbevölkerung sowohl die wichtigsten Lebensgrundlagen als auch Lebensqualität entziehen.
In meiner Verantwortung als gläubiger Mensch werde ich mich dafür einsetzen, dass das in St. Pölten anders läuft. Für den Fall der Fälle müssten wir sogar Hainburg wieder in Erinnerung rufen.
Da viele, wie auch ich, die sozialen Medien nicht nutzen, werde ich mich auf den Weg nach Hause machen, auf einem alten Leinentuch den Link auf die täglichen Beiträge vom Protest Podest vermerken und auf meinem Balkon deutlich sichtbar aufhängen.
Möglichst viele St. Pöltnerinnen und St. Pöltner sollen sich ein Bild davon machen können, was mit diesem Straßenbauprojekt wirklich alles auf dem Spiel steht.
So. 11.1.2026
Die Kinder bezahlen: Bernhard Higer

Bernhard Higer ist als Sprecher der Bürgerinitiativen Nein zur Spange Wörth und Stopp Transit S34 sowie als Vorsitzender des Vereins Lebenswertes Traisental federführend in den UVP-Verfahren aktiv. Heute ist Bernhard unser Gastgeber.
Trotz gemäßigtem Winterwetter „wie damals“ gab es in St. Pöltens Westen heute wegen längerfristig vereister und weiträumig schneeverwehter Straßenabschnitte kein Durchkommen per Fahrrad, mancherorts blieben sogar die Autos hängen. Es scheint fast so, als gäbe es zwischen den Ortsteilen am heutigen Sonntag in St. Pölten keinen Winterdienst.
Bernhard holte den verhinderten Radler ab, auch mit dem elektronisch stabilisierten E-Auto ging es stellenweise nur behutsam über die Eis- und Schneedecke. So ging es heute mit etwas Verspätung zum Protest Podest, wo uns eingangs des Feldweges schon die ersten Camp-Besucher Gerlinde und Gerhard entgegenstapften, fürs gemeinsame Foto posierten und eine Weile mit dem heutigen Gastgeber plauderten.
Am Protest Podest angekommen stellt Bernhard für die verbliebenen Straßenbefürworter die ebenso peinliche wie treffende persönliche Frage in den Raum:
Lässt Du immer Deine Kinder bezahlen?
Wenn man sich anschaut, wer von der S34 profitiert, dann wird schnell klar, dass dieses Projekt vornehmlich einem ausländischen Lebensmittelkonzern, einzelnen Schotterbaronen und Bauunternehmern sowie deren Aktionären nützt, während die Bevölkerung und nachfolgende Generationen dafür teuer bezahlen werden.
Es muss jedem Sozialdemokraten die Zornesröte ins Gesicht treiben, wenn so ein Projekt realisiert wird, um den Reichen zuzuarbeiten und gleichzeitig allen normalen Menschen immensen Schaden und Unrecht zuzufügen.
Jeder Politiker, der sich für den Bau der S34 einsetzt, unterstützt eine Umverteilung von Steuergeld weg von der Bevölkerung, hin zu wenigen Superreichen und Aktionären.
Sogar aus den Projektunterlagen geht hervor, dass durch das Projekt der Straßenverkehr in St. Pölten massiv zunehmen wird. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn das ursprünglich definierte Ziel war, mehr Verkehr nach St. Pölten zu bringen. Dieses von der Asfinag zunächst öffentlich deklarierte Ziel ist offenbar auch weiterhin aufrecht, nur ist es mittlerweile verpönt, das auszusprechen.
Um 16:30 wird unsere anfängliche Vermutung widerlegt: Ein Räumfahrzeug befreit in Fahrtrichtung Pummersdorf die Nadelbacher Straße von Schneeverwehungen, die sich über geraume Zeit dort angesammelt hatten.
Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die Kommunen bereits heute ein riesiges Problem damit haben, das Bestandsnetz zu erhalten. Selbiges gilt auch für Länder und Bund. In diesem Sinn ist es erst recht unverständlich, dass man hier eine vierspurige Autobahn durch die Stadt bauen möchte, deren Erhaltung nochmals ein Vielfaches im Vergleich zur B20 kostet.

Sa. 10.1.2026
Geschichte und Zukunft: Rudi Gruber, Waitzendorf

Der Waitzendorfer Landwirt und langjährige Bauernbundobmann Rudi Gruber schaut als heutiger Gastgeber auf eine beeindruckende Geschichte zurück und hofft, dass entsprechende Lebensperspektiven auch für die Enkelgeneration gewahrt bleiben.
Schon vor etwa zwölftausend Jahren schätzten die damaligen Menschen die Fruchtbarkeit hiesiger Böden und machten sich im Zuge der neolithischen Revolution sesshaft. Jüngere Funde über das Zusammenleben der Menschen in unserem heutigen Waitzendorf stammen aus der Latènezeit – der Zeit der hohen Handwerkskunst der Kelten.
Die Ortsbezeichnung Wazendorf ist mit 1189 historisch belegt. 1248 gibt es Kunde über 16 Häuser im Dorf. Nach der Märzrevolution 1848/49 sah sich Waitzenforf der Gemeinde Mamau zugehörig. Erst 1969 wurde Waitzendorf zusammen mit anderen Ortschaften wie Ragelsdorf, Weitern und Witzendorf in die Stadt St. Pölten eingemeindet.
Sebastian Gruber gründete den Gruber-Hof in Waitzendorf etwa ein halbes Jahrhundert bevor Johann Sebastian Bach das Licht der Welt erblickte. Während die männliche Linie der Nachfahren des einflussreichsten Komponisten der Menschheitsgeschichte schon seit 180 Jahren erloschen ist, schätzen wir uns glücklich, dass unser Sohn Michael die Geschichte unseres Betriebs nun in 13. Generation weiterführt.
Wenn meine Frau Elisabeth und ich heute unseren Enkelkindern zuschauen, wie sie täglich mitlernen und begeistert mit anpacken, dann weiß ich, dass wir unsere Energie nicht vergeblich in die Fortführung des Lebenswerks unserer Vorfahren gesteckt haben.
Schon vor über 10.000 Jahren haben sich in Waitzendorf also Menschen angesiedelt, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Seit fast 850 Jahren existiert der Name unseres Heimatortes und seit 400 Jahren unser Familienbetrieb, auf dem heute 4 Generationen leben.
Erst seit etwas mehr als einem halben Jahrhundert gehört Waitzendorf zu St. Pölten. Vor 31 Jahren, über den Daumen gerechnet also vor etwa einer Generation, ist Österreich EU-Mitglied geworden.
Zum Zeitpunkt des EU-Beitritts hatte Österreich 80.000 Milchbetriebe, heute sind es gerade noch um die 20.000. Binnen einer einzigen Generation sahen sich also 3/4 der Bauern in Österreich gezwungen, die Milchwirtschaft aufzugeben.
Unter diesen Umständen erscheint es mir fast wie ein Wunder, dass es uns gelungen ist, den Betrieb gerade in dieser schwierigen Zeit auf Milchwirtschaft mit Direktvermarktung umzustellen und so weiterzuentwickeln, dass wir ihn jetzt mit gutem Gefühl der nächsten Generation übergeben können.
An die 500 Generationen haben Land urbar gemacht und kultiviert, damit die hier lebenden Menschen über tausende Jahre hinweg davon leben konnten. Mit einem Federstrich möchte sich nun so mancher Politiker anmaßen, durch die willkürliche Durchsetzung neuer Straßen all das zunichte zu machen und unter Asphalt und Beton zu begraben.
Bei unserer Tierhaltung ist die Nähe der bewirtschafteten Flächen zum Hof unabdingbar. Die Westtangente würde als geplante nördliche Verlängerung der S34 die Hauptfutterflächen unseres Betriebes betreffen, den Tieren würde damit die Futtergrundlage entzogen. Die Ersatzflächen, von denen immer wieder geredet wird, die gibt es hier einfach nicht.
Das bedeutet: Wenn der Straßenbau kommt, dann hat unser Betrieb in der heutigen Form schlichtweg keine Zukunft mehr.
Meine Familie hat, ebenso wie unser Betrieb, viele Höhen und Tiefen durchlebt.
Wenn aber bei allen Herausforderungen, vor denen wir als Gesellschaft heute stehen, aus Zukunftsvergessenheit und Profitgier alles aus den Fugen gerät, was unsere Vorfahren an Lebensgrundlagen und Resilienz aufgebaut haben, dann ist das einfach nur ein Trauerspiel.
So hoffe ich doch, dass sich auch die Politiker mit einem angemessenen Maß an Demut ihrer Verantwortung den Generationen gegenüber bewusst werden und als Vertreter einer bescheidenen Legislaturperiode von der immerwährenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen Abstand nehmen.




Fotos aus dem 20. Jahrhundert: Impressionen aus der „jüngeren“ Geschichte des Gruber-Hofs
Fr. 9.1.2026
Schicksalhafter Anruf: Nico und Thomas Otzelberger Sael

Mit Nico und Thomas Otzelberger Sael sind heute zwei besonders sportliche Typen unsere Gastgeber am Protest Podest.
Thomas ist begeisterter Trailrunner, die Routen am Ötscher und am Hochkönig haben es ihm besonders angetan. Sein Sohn Nico ist Schüler der 7. Klasse des St. Pöltner Sportgymnasiums, Fußballer und Leichtathlet.
Vor etwa 18 Jahren haben meine Frau Nicole und ich beschlossen, unseren Lebensmittelpunkt von der damaligen Wohnung in Harland nach Nadelbach zu verlegen. Unseren Kindern wollten wir damit ein Aufwachsen in einer gesunden, lebenswerten Umgebung ermöglichen.
Frische Luft, ein schöner Garten mit Bäumen, landwirtschaftliche Flächen, Naherholungsgebiet direkt vor der Haustüre und ein zentrumsnahes Leben am Lande. Und dann als i-Tüpfelchen auch noch der direkte Blick auf den Ötscher. Das waren die ausschlaggebenden Entscheidungsgrundlagen für Nicole und mich, genau hier unser Lebensglück aufzubauen.
Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich damals mit dem Land Niederösterreich telefonisch Kontakt aufgenommen und mich erkundigt, ob an gerade aufgekommenen Gerüchten, die S34 könnte vielleicht vom östlichen Stadtteil in den Westen verlegt werden, etwas dran sei. Nachdem mir von der zuständigen Ansprechperson ausdrücklich versichert wurde, dass die Schnellstraße keineswegs in den Westen verlegt werden würde, kauften wir das Grundstück mit darauf befindlichem Rohbau.
Nur wenige Tage nach dem schicksalhaften Anruf wurde die Verlegung der Trasse ins westliche Stadtgebiet offiziell verkündet. Die daran anschließende Präsentation der Detailpläne im Hotel-Restaurant Böck war dann ein absoluter Schock für uns:
Gerade einmal 330m Luftlinie sollten es von der geplanten Schnellstraße zur Fassade unseres neuen Hauses sein. Nie mehr ein freier Blick auf den Horizont, nie mehr Ruhe, nie mehr frische gesunde Luft zum Atmen würde es hier geben, wenn diese Straße tatsächlich gebaut würde.
Neben zahlreichen weiteren Anrainern und Grundstücksbesitzern fühlten auch wir uns in diesen Tagen um unser ganzes Glück betrogen.
Natürlich war es entscheidend, auch in einer so ausweglos erscheinenden Situation kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht verrückt machen zu lassen. Bei allen Unwägbarkeiten haben wir stets versucht, das Beste aus der Situation zu machen und ein möglichst normales Leben zu führen.
Nach dem Kauf haben wir zwei Jahre lang intensiv an der Fertigstellung des Hauses gearbeitet. Über die Jahre sind unsere beiden Buben in einer intakten Umgebung zu jungen Erwachsenen herangewachsen, der Ältere lebt mittlerweile in Wien. Ein wichtiges Etappenziel ist damit für uns als Eltern erreicht.
Allerdings sollen auch die heute kleinen Kinder und deren Kindeskinder in einer intakten Umwelt aufwachsen können. Mit einer S34 würde das hier nicht mehr möglich sein. Wenn man sich die aufgedeckten Fakten anschaut, dann wird klar, dass zehntausende St. Pöltnerinnen und St. Pöltner, bis hinein ins Stadtzentrum, in ihrer Gesundheit und ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt würden.
Für die Jungen, die heute gerade ihre Zukunftspläne schmieden, wie meine Frau und ich vor fast 20 Jahren, lohnt es sich allemal, weiterzukämpfen. Je mehr Leute zusammenhelfen, desto besser.
Wir dürfen das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren: das Ziel, diese Schnellstraße endgültig abzusagen.
Wir sollten es nicht mehr zulassen, dass die heute heranwachsenden Menschen noch einmal mit falschen Versprechen hinters Licht geführt werden, so wie das uns vor 18 Jahren passiert ist.
Do. 8.1.2026
Richtig abbiegen: Elisabeth Sterkl

Elisabeth Sterkl unterrichtet Finanz- und Risikomanagement an der Handelsakademie St. Pölten. Heute ist sie unsere Gastgeberin.
Seit Jahren pendle ich überwiegend öffentlich von Wilhelmsburg nach St. Pölten. Vor 2 1/2 Jahren habe ich meinen Wagen verkauft, nachdem der Mechaniker meinte, diverse Wehwehchen meines Autos seien aufs zu wenig Fahren zurückzuführen.
Den Abschied vom eigenen Auto habe ich seitdem keinen Tag bereut: Ich spare mir das Autowaschen, Putzen, Reifen wechseln, Servicetermine etc. Das alles sind Aktivitäten, die übers Jahr gerechnet sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, nur um ein Auto, das ich kaum benutze, stets in Schuss zu halten.
Das „Privileg“ des Autobesitzes schlägt sich außerdem im Schnitt mit gut 1.000€ an monatlichen Kosten zu Buche. So kann man sich auch recht leicht ausrechnen, wieviele Stunden, Wochen und Monate wir jedes Jahr nur fürs „Automobilsein“ arbeiten gehen.
Für mich bedeutet ein Leben ohne Auto gleichzeitig, dass ich mich täglich mehr bewege. Das tut bekanntermaßen sowohl dem Geist als auch dem Körper gut, auch wenn vielerorts die Verkehrinfrastruktur fürs Auto geplant ist und aktiv mobile Menschen immer noch an den Rand drängt werden.
Viele Entscheider, denen wir solche Infrastrukturen verdanken, leben heute immer noch im Glauben, aufgrund ihrer relativen Macht, ihrer sozialen Stellung und ihres materiellen Wohlstandes die eigenen Kinder vor den negativen Auswirkungen von ihnen mitgetragener Verfehlungen im Umwelt- und Klimaschutz bewahren zu können. Das ist aber ein verhängnisvoller Denkfehler.
Vielleicht ist es ja für die Alten durchaus eine Option, sich vom Ort ihrer Schaffensperiode an ein fernes anderes Ende der Welt zurückzuziehen, um die Folgen ihres eigenen Handelns nicht ausbaden zu müssen.
Für ihre Kinder ist es sicherlich kein gangbarer Weg, denn das Streben nach Sinn, Wahrheit und Gemeinschaft steckt in jedem jungen Menschen. Bei allen Wirrungen einer Zeit alternativer Fakten und (a)sozialer Medien ist es den heute Heranwachsenden zu wünschen, irgendwann in möglichst ferner Zukunft auf ein ganz persönliches geglücktes Lebenswerk und auf ein erfülltes Leben zurückblicken zu können.
Die jungen Menschen wollen bestmöglich auf die Herausforderungen unserer Zeit vorbereitet werden. Wir Lehrerinnen und Lehrer stehen damit unter anderem vor der Aufgabe, sie für ein verantwortungsvolles Handeln zu sensibilisieren. Daher spiegelt sich das Thema Nachhaltigkeit in allen Lehrplänen unserer Schule ebenso wider, wie im Selbstverständnis vieler unserer Schülerinnen und Schüler.
Voriges Jahr haben unsere Schülerinnen und Schüler mit ihrer Arbeit Der erstickte Boden – wie Städte die Natur klauen die Situation in St. Pölten aufgearbeitet und wurden dafür mit dem 3. Platz im bundesweit ausgetragenen Wettbewerb Climate Explorers belohnt. Mit Diplomarbeiten etwa über Fast Fashion, nachhaltige Investments und betriebliche Transformation rücken unsere Schülerinnen und Schüler spannende Themen in den Fokus, die in meiner Ausbildung noch kein Thema waren.
Bei alledem, was ich im täglichen Umgang mit unseren Schülerinnen und Schülern erlebe, bin ich optimistisch, dass die Jugend es besser machen wird und wir doch noch richtig abbiegen.
Mi. 7.1.2026
Alles was Flügel hat: Leopold, Elisabeth, Gabriel und Lothar

Lothar Huber ist heute gemeinsam mit seinen Kindern Elisabeth und Gabriel Gastgeber am Protest Podest. Der dritte Zukunftsbeschwörer auf dem Stroh-Podest ist der seit wenigen Tagen zehnjährige Leopold Prochaska.
Lothar und seine Ehefrau Christina sind Eltern von vier Kindern. Ihren seit Jahrhunderten generationenübergreifend geführten landwirtschaftlichen Betrieb in Pummersdorf führt Lothar im Vollerwerb. Von der gemeinsam mit dem Nachbarn betriebenen Biogas-Anlage mit Ökostrom-Produktion haben wir am Protest Podest bereits vor Silvester berichtet.
Wenn wir auf dem Weg zum Erwachsenwerden das Glück haben, dass uns niemand die Flügel stutzt, dann können wir aus dem, was in uns steckt, sehr viel mehr machen, als das, was andere und wir uns selbst von vornherein zutrauen würden.
Jeden Tag, jede Sekunde triffst Du eine Entscheidung, die Dein Leben verändern kann. Diese Schlussfolgerung aus der unvorhersehbaren Mischung aus Fatalismus und persönlicher Bereitschaft zum Handeln ist das Leitmotiv des Films Lola rennt aus dem Jahr 1998.
Wie die Hauptdarstellerin Franka Potente im Filmklassiker müssen auch wir mit Schwung an die uns wichtigen Sachen herangehen, denn nur so haben wir eine Chance, unser Schicksal mitzubestimmen. Und manchmal können wir uns von den Kindern eine Scheibe abschneiden.
Wie man sieht, sind die Kinder voll bei der Sache. Es ist eine Freude anzusehen, wie sehr sie Zuversicht und Mut ausstrahlen. Sie wissen wohl, dass die Dimension der Straße, die gestoppt werden soll, fast jede Vorstellung sprengt.
Dreimal höher würde sie verlaufen als ihre in den Himmel gestreckten Fingerspitzen. Dennoch ist das für die Kinder kein Grund, in Angst und Schrecken zu verfallen. Vielmehr sollen die Erwachsenen heute von den Kindern etwas ganz Wichtiges lernen:
Man kann nur dann den Himmel berühren, wenn man nicht zum Nachteil anderer Geschäfte macht.
Unsere Entscheidungsträger haben es in der Hand, in St. Pölten ein Happy-End herbeizuführen, indem sie sich selbst einen freien Blick auf den echten Himmel bewahren und Entscheidungen treffen, die wahrhaftig dem Gemeinwohl dienen.
Wollen Lothars Kinder den Entscheidern noch etwas mit auf den Weg geben?
Gabriel:
Schlecht ist die jetzige Autobahn schon!
Warum ich nicht noch eine Autobahn brauche?
Weil sie hässlich ist: Sie ist laut und hässlich.Elisabeth:
Da wird zu viel Natur weggenommen durch die Autobahn, und vielen Tieren wird der Lebensraum geraubt.
Gabriel hat mit seinen 13 Jahren schon ein klareres Bild von den Herausforderungen der Zukunft, als viele Erwachsene: Er plädiert für Glasfaser statt Autobahn.
Wenn eine Person im Haushalt das Internet nutzt, ist das in Pummersdorf schon zu viel. Doch Glasfaser haben wir noch immer nicht. Ich glaube, mit dem Geld der S34 kann man ganz St. Pölten mit Glasfaser versorgen. Die Autobahn ist primitiv und nur etwas für wenige Personen. Glasfaser ist hingegen ein Zukunftsmodell, mit Mehrwert, wo viele profitieren.
Um die Dörfer rund um die Landeshauptstadt zukunftsfit zu gestalten, braucht es keine Schnellstraße, sondern ein wie von Elisabeth und Gabriel gefordertes Zukunftsmodell, einer Mischung aus Daten-Autobahn für alle und intakter Natur vor der Haustüre.
Wenn Kinder Zusammenhänge so klar auf den Punkt bringen können, hängt das auch damit zusammen, dass sie im Familienverband am Hof auch mit den Großeltern viel erleben durften. Die Kreisläufer verstehen, den Zusammenhalt zu leben, für einander da zu sein und mutig in die Zukunft blicken.
Möge es gelingen, dass wir Erwachsenen die Fähigkeit wieder erlangen, den Himmel zu berühren.
Di. 6.1.2026
St. Pöltens Schande: Dieter Schmidradler

In den vergangenen Tagen habe ich vergeblich nach einer öffentlich zugänglichen maßstabsgetreuen Darstellung der S34 samt Spange Wörth gesucht, um eine Aussage von Klaus Reitbauer zum Streckenverlauf zu untermauern. In den Einreichunterlagen bin ich zwar fündig geworden, allerdings haben die Planer einen geradezu unverschämten Trick angewendet, um von der Monstrosität des Projektes abzulenken: Sie haben kurzerhand die gesamte St. Pöltner Innenstadt mit einem anderen Planausschnitt verdeckt.
Es ist eine wahre Schande, die von so einem Straßenmonster bedrohte Stadtbevölkerung derartig dreist hinters Licht führen zu wollen. Ja: man kann Straßenmonster dazu sagen, man kann auch Krebsgeschwür dazu sagen.
Niemand kann hingegen legitimerweise sagen, dass diese Ausgeburt an brutalem Zerstörungswahn etwas ist, wofür unsere gewählten Volksvertreter auf offener Bühne oder hinter den Kulissen weiterhin Stimmung oder gar Druck machen sollten.

St. Pöltens Schande: Rot colorierter Streckenverlauf von S34 und Spange Wörth aus dem Originaldokument Lageplan Ist-Zustand Pflanzen, Erholung und Freizeit des naturschutzrechtlichen Einreichoperats von 2019. Das in den Originalunterlagen fehlende St. Pöltner Stadtgebiet wurde maßstabsgetreu mittels OpenStreetMap rekonstruiert.
Wer glaubt, dass mit Realisierung von Spange Wörth und S34 der Wahnsinn damit ein vorläufiges Ende hätte, der irrt. In den Schubladen der Straßenbauer liegen bereits die Pläne, den Schaden an Mensch und Natur mit der Westtangente noch weiter zu treiben.

Nahtlose Fortsetzung des Irrsinns: Die nördliche Verlängerung der S34 ist derzeit in öffentlich zugänglichen Dokumenten nur als vergleichsweise harmlos wirkender schmaler Strich in der Landschaft erkennbar. Das Bildzitat mit Rot hervorgehobener Streckenführung der geplanten Westtangente stammt aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt St. Pölten.
Stoppen wir diesen Irrsinn gemeinsam, bevor Menschen, die es in Wahrheit nicht gut mit uns meinen, auf St. Pöltens gesunder Erde einen Schandfleck und einen in Zukunft nie mehr gut zu machenden Akt der Zerstörung hinterlassen.
Mo. 5.1.2026
In guten wie in schlechten Zeiten: Franz Kopatz

Franz Kopatz ist hauptberuflicher Landwirt am Generationenhof in Stattersdorf. Die Familie lebt vom Ackerbau und von der Stier- und Schweinemast. Auch die beiden Söhne sind schon mit Begeisterung dabei. Franz ist unser heutiger Gesprächspartner am Protest Podest.
Nachdem sich die mächtigsten Männer der Welt an keine regelbasierte internationale Ordnung mehr halten, hat Österreichs Bundespräsident heute klargestellt, dass wir spätestens mit den Wendungen der letzten Tage in einer neuen Weltordnung angekommen sind.
So sind wir heute beim Thema Resilienz und Landesverteidigung hängengeblieben und zu wichtigen Einsichten gelangt, die wir heute gerne teilen möchten.
Unserem Heer ist es besonders wichtig, eigene Aufklärungssatelliten in die Umlaufbahn zu bringen. Die Bundesregierung hat das Verteidigungsbudget trotz Spardruck substanziell erhöht.
Wir wollen einen weiteren entscheidenden Aspekt beleuchten, der angesichts der Milliardenbeträge, die zur Sicherstellung unserer Wehrhaftigkeit im Raum stehen, nur allzu schnell vergessen wird: die Ernährungssicherheit.
Man braucht sich nur die binnen kürzester Zeit heraufbeschworene Hungerkatastrophe im Gazastreifen ansehen, um zu erkennen, wie rasch es nichts mehr zu Essen und kein sauberes Wasser mehr gibt. Der gesamten Bevölkerung wurde von außen die Versorgung abgedreht, die eigenen Vorräte gingen rasch zur Neige und die Menschen hatten auch keinen Zugang mehr zu frischem, sauberen Trinkwasser.
Im genauen Gegensatz dazu hat sich die Ukraine unter anderem deswegen als resilient erwiesen, weil sie im Verlauf ihres mehrjährigen Abnützungskrieges in der Lage ist, mit selbst produzierten Lebensmitteln die Ernährungssicherheit der Bevölkerung dauerhaft zu gewährleisten.
Bei allem gesellschaftlichen Zusammenhalt eines Landes ist also die Fähigkeit, die Lebensmittelversorgung dauerhaft sicherzustellen, eine entscheidende Basis, um von einem vermeintlich übermächtigen Angreifer nicht ausgehungert und überrollt zu werden. Bestenfalls revidiert ein potentieller Agressor sogar seine Absicht, ein resilient aufgestelltes, verteidigungsfähiges Land überhaupt anzugreifen.
Wir brauchen keine S34, denn wir brauchen jetzt und in Zukunft gesunde Lebensmittel und sauberes Wasser, um als Gesellschaft nachhaltig überlebensfähig zu bleiben.
Im Gegensatz zu dezidierten Investitionen in die Kriegswirtschaft nützt der Bevölkerung die Bewahrung unserer landwirtschaftlichen Produktionsflächen auch uneingeschränkt in Friedenszeiten.
Klar ist weiters, dass wir zur Sicherstellung der Ernährungssicherheit erst einmal keine Milliardeninvestitionen brauchen.
Es reicht schon, wenn die Politik unsere Anbauflächen unberührt lässt und Rahmenbedingungen schafft, die es auch kommenden Generationen ermöglichen, kostendeckend Lebensmittel für die eigene Bevölkerung zu produzieren und die Böden gesund und dauerhaft fruchtbar zu halten.
Hoffentlich kommt unsere Botschaft auch bei der Politik an, denn so wie es derzeit ausschaut, fehlt es den Entscheidungsträgern immer noch am grundlegenden Verständnis.
In guten wie in schlechten Zeiten: Das, wofür wir uns hier am Protest Podest einsetzen, ist von immenser Bedeutung für die Zukunft unserer Kinder.
So. 4.1.2026
Lichtverschmutzung: Klaus Reitbauer

Klaus Reitbauer, selbständiger Kfz-Meister aus Rabenstein an der Pielach und Ehrenamtlicher bei Paten der Nacht ist unser heutiger Gastgeber am Protest Podest.
Autofahren ist ja gut und schön, aber Straßen durch eine Gegend bauen, wo sie niemand braucht, ist strikt abzulehnen.
Wenn man sich bei uns im Pielachtal umhört, wie die Leute über eine S34 denken, dann meinen nur jene, die noch keine Ahnung von dem Projekt haben, dass eine breitere, schnellere Straße wahrscheinlich schon bequemer sei. Wenn sich diese Leute dann erst einmal ein Bild vom geplanten Streckenverlauf gemacht haben, greifen sie sich nur noch auf den Kopf.
Für Pkw-Fahrer sind die Vorteile dieser Schnellstraße schlichtweg nicht existent. In Wahrheit will man damit künftig nur rund um die Uhr jede Menge LKW-Verkehr nach St. Pölten bringen, wie die Ausführung der Spange Wörth als Halbanschlussstelle eindrucksvoll beweist.
Die Projektunterlagen belegen zudem, dass das Projekt zu einer massiven Verkehrszunahme durch die Landeshauptstadt führen wird, die sowohl für die Autofahrer als auch für die Stadtbevölkerung nur Nachteile bringt.
Dass mehr Verkehr in St. Pölten mehr Lärm, mehr Schadstoffe und eine verheerende Klimabilanz mit sich bringt, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Ich bin aber heute da, um für eine weitere Problematik, die nur wenige am Schirm haben, zu sensibilisieren: Lichtverschmutzung.
Im Gegensatz zu Lärm und Luftschadstoffen überwindet Licht bei klaren Sichtverhältnissen mühelos große Distanzen und entfaltet erst dort seine störende Wirkung, wo es wieder auf Materie trifft. Bei Bodennebel bricht sich das Licht tausendfach in den Wassertröpfchen und macht die Lichtverschmutzung als Lichtsmog bereits an der Quelle sichtbar.
Wenn man sich etwa am Waldviertler Nachhimmel orientieren möchte, um nach Wien zu finden, braucht man keinen Polarstern und keine Himmelskörper mehr zu kennen. Es ist völlig ausreichend, über dem Horizont nach der riesigen Lichtglocke über der fernen Bundeshauptstadt Ausschau zu halten.
Ich hätte diesem Problem wahrscheinlich bis heute keine besondere Beachtung geschenkt, wenn ich nicht in jungen Jahren mit der Beobachtung des Sternenhimmels begonnen hätte. Seit etwa 25 Jahren beschäftigt mich dieses Thema, heute wissen wir, dass die künstliche Aufhellung des Nachthimmels über Europa Jahr für Jahr um weitere 4% zunimmt.
Den meisten Menschen ist es wahrscheinlich egal, ob Leute wie ich den Sternenhimmel wegen der zunehmenden Lichtverschmutzung immer schlechter beobachten können, oder wenn sich auf irgendwelchen Satellitenbildern die hellen Flecken auf unserem Planeten immer weiter ausbreiten.
Allerdings wird vor allem beim Straßenverkehr nicht primär der Himmel aufgehellt, sondern die Aufenthaltsorte der Lebewesen auf der Erde. Im Fall der S34 sind das Naturräume und Siedlungsgebiete, die in einer Sichtbeziehung zur geplanten Straße stehen.
Die S34 ist ja mit der Spange Wörth, mit ihrem gigantischen Autobahnknoten zur A1 und den Einmündungen in die B20 und die B1 mehr ein geplanter Potpourri von Auf- und Abfahrten als eine Straße im eigentlichen Sinn. Solche Übergänge verursachen einerseits das Problem, dass sie aus Sicherheitsgründen hell ausgeleuchtet werden. Außerdem leuchten die Front- und Heckleuchten der Autos aufgrund des kurvenreichen Streckenverlaufs in alle möglichen Richtungen.
Die Photonen der Lichtkegel finden ihren Weg letztlich zuverlässig durch die Fenster in die Schlafzimmer der Menschen und zu den Schlafplätzen der Tiere im Dunkelsteinerwald und in die von der Straße durchquerten Naturräume.
Beim Menschen hemmt eine permanent aufgehellte Umgebung die Bildung des Schlafhormons Melanin. Andererseits bewirken wechselnde Lichteffekte während der Ruhephase eine ständige Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, um den Körper zu wecken und in Alarmbereitschaft zu versetzen.
Lichtverschmutzung verursacht damit die dauerhafte Störung des zirkadianen Rhythmus. Beispielhafte gesundheitliche Folgen sind Schlafstörungen, Müdigkeit, Depressionen und ein erhöhtes Risiko für Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit und sogar Alzheimer.
Um dem vorzubeugen, hoffe ich, dass die Stadt St. Pölten dem europaweiten Trend entgegenarbeitet und mit einem Mix an Maßnahmen dazu beiträgt, dass sich die Außerirdischen nicht von unseren Irrlichtern geblendet fühlen und sich Menschen, Tiere und Pflanzen über Nacht ruhig und ungestört erholen können.
Damit komme ich zurück zu meinem Eingangsstatement:
Die geplante Schnellstraße hat für Anwohner und Autofahrende keinerlei erkennbare Vorteile, dafür aber einen ganze Rattenschwanz an Nachteilen, den zahlreiche Menschen mit ihrer Gesundheit bezahlen würden.
Nicht zuletzt das hat mich dazu veranlasst, aufs Protest Podest zu kommen und mit meinen Erfahrungen dazu beizutragen, dass dieses durchwegs schädliche Projekt nie verwirklicht wird.
Sa. 3.1.2026
Zukunftsfit: Florian Strasser

Seit mittlerweile 11 Jahren stellt sich Florian gemeinsam mit allen Familienmitgliedern am Generationenhof der Herausforderung, neben den alltäglichen Arbeiten auch innovative Projekte anzugehen, um den im Haupterwerb geführten Betrieb zukunftsfit zu machen.
Unter dem Eindruck des voranschreitenden Klimawandels hat Florian vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt, als er gemeinsam mit seinem Cousin begonnen hat, Melonen anzubauen und zu vermarkten. Stammkunden und Gelegenheitseinkäufer schätzen die rund um die Uhr geöffnete Direktvermarktungshütte am Strasserhof.
Mit den globalen Krisen und den damit verbundenen Versorgungsengpässen der vergangenen Jahre ist die Wertschätzung für die bäuerliche Arbeit in der Region merklich gestiegen. In Zeiten der Krise haben wir gemeinsam mit der Stadtbevölkerung gelernt, wie es gehen kann, unsere Landeshauptstadt als Stadt der Dörfer zukunftsgewandt weiterzuentwickeln.
Für mich als Jungbauer war es eine ermutigende Lebenserfahrung, bei dieser Aufbruchsstimmung dabei zu sein, und dass ich bei der Sicherstellung der Ernährungssicherheit auch in Krisenzeiten meinen Beitrag leisten konnte.
Im September 2024 Jahr kam dann das für alle verheerende Hochwasser, auch wir hatten mit erheblichen Einbußen zu kämpfen, beim Kürbisanbau hatten wir einen Totalausfall.
2025 war es umgekehrt: Es gab einen besonders ertragreichen Sommer. Dieser an sich sehr erfreuliche Umstand bedeutete jedoch in Verbindung mit Billigstimporten aus dem Nicht-EU-Ausland, dass die Marktpreise für unsere Lebensmittel komplett im Keller waren. Sogar Biobetriebe mussten ihre hervorragenden Produkte teils wieder einackern, weil selbst das Einbringen der Ernte teurer gewesen wäre als der erzielbare Verkaufspreis.
Als Direktvermarkter hatten wir es natürlich etwas leichter, aber auch bei uns führte das heuer zu merkbaren Absatzeinbußen aufgrund zahlreicher Dumping-Angebote in diversen Supermarkt-Regalen.
Von meinen Kollegen in der Landwirtschaftlichen Fachschule Pyhra ist heute gerade einmal ein Drittel meines Jahrganges im Vollerwerb am Hof tätig. Die meisten arbeiten nebenberuflich, um den Betrieb über Wasser halten zu können, andere haben komplett aufgegeben und arbeiten mittlerweile in anderen Branchen.
Natürlich packen auch wir am Jahresende den Rechenstift aus und schauen uns an, wie sich alles ausgegangen ist und wie sich die Dinge entwickeln. Einerseits muss man ja in Zeiten wie diesen schon zufrieden sein, wenn es gelingt, den Betrieb über Wasser und den Hof in Schuss zu halten.
Wenn man aber genau hinschaut, wieviele Familienmitglieder auf unserem Hof zusammenhelfen, wieviel Arbeit hinter dem Betriebsergebnis am Jahresende steht, dann sollte man es tunlichst unterlassen, das Ergebnis durch die vielen Arbeitsstunden zu dividieren, die wir alle geleistet haben – gemacht haben wir es dann natürlich trotzdem.
Gerade die letzten anderthalb Jahre stimmen auch mich in Bezug auf meine Lebensperspektiven nachdenklich, weil wir ja wirklich alle unser Bestes geben und wir die Investitionen im notwendigen und wirtschaftlich vertretbaren Rahmen gehalten haben.
Die Unwägbarkeiten übers Jahr, sei es nun wegen Klimawandel, wegen Sonderverträgen mit einem kriegsführenden Land oder wegen sonst einem unvorhersehbaren Ereignis, werden immer größer. So bleibt nicht nur viel unbedankte Arbeit, sondern auch das kaum noch kalkulierbare Risiko immer mehr bei den bäuerlichen Betrieben hängen.
Selbst wenn es mit den Erträgen am Acker gut läuft, läuft es in diesem Sinn schlecht, weil dann die Einkäufer der internationalen Handelsketten und Verarbeitungsbetriebe zuschlagen und einen Preis diktieren, von denen niemand mehr leben kann. Unter den Umständen muss man ja am Hof mehr ein findiger Geschäftsmann als ein fleißiger Bauer sein, um trotz so vieler schwieriger Rahmenbedingungen zu reüssieren.
Ich bin jetzt einmal froh über ein Angebot meines Onkels, bei flexibler Arbeitszeiteinteilung in seinem Installateurbetrieb mitarbeiten zu können, um mit einem zweiten Standbein eine gewisse Existenzgrundlage aufzubauen. Bis zur Hofübernahme von meinen Eltern sind es ja noch einige Jahre hin, und bis dahin kann noch allerhand passieren.
Natürlich werde ich gemeinsam mit Freundin und Familie eiftig weitertüfteln, wie wir den Strasserhof zukunftsfit machen.
Am Ende sind wir aber genau wie alle weiteren familiengeführten St. Pöltner Höfe darauf angewiesen, dass die Politik den Rahmen schafft, der die regionale Lebensmittelproduktion sicherstellt, und regionale Wirtschaftskreisläufe sowie bäuerliche Existenzen stärkt.
Mit der geplanten großflächigen Verbauung unserer Äcker mittels neuer Straßen und Verteilerzentrum eines ausländischen Handelskonzerns geht der politische Wille aber derzeit genau in die gegenteilige Richtung.
Das bereitet mir Kopfzerbrechen,
das sollte uns allen zu denken geben.
Fr. 2.1.2026
Brand new start: Birgit und Leo Bauer

Birgit und Leo Bauer aus Harland sorgten als heutige Gastgeber für eine volle Hütte am Protest Podest.
Nur Mut, dann wird es schon gut, so das heutige Motto in Nadelbach. Auch wenn das himmlische Kind die Plane in wiederkehrendem Staccato auf die Bretter unseres Windfangs schnalzen ließ, auch wenn der Weg über den schneeverwehten Römerweg hinauf zum Protest Podest beschwerlich war:
Birgit und Leo erfreuten ihre Gäste mit selbst gebackenem Ribiselkuchen und herzerwärmenden Getränken wahlweise mit oder ohne Hochprozentigem. Die Besucher ließen sich ebenfalls nicht lumpen und beschenkten einander mit Glücksbringern, Weihnachskeksen und ermutigenden Worten.
Gefragt, warum Birgit und Leo der Besuch am Protest Podest so wichtig ist, schlug die Gemütlichkeit doch für eine ganze Weile in ein nachdenkliches Gespräch um.
Vor 30 Jahren schien es bereits ausgemachte Sache zu sein, dass sich vor der Haustüre der Familie Bauer bald schon eine neue Schnellstraße als Teil einer künftigen Transitschneise querfeldein durch Ochsenburg und Harland zum fertig vorbereiteten A1-Autobahnknoten zur S33 ziehen würde.
Man könnte wohl annehmen, dass die Beiden erleichtert waren, als die Trasse 2009 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von ihrer Haustüre weit weg in den westlichen Stadtteil verlegt wurde.
Aber nein. Birgit und Leo wissen nur allzu gut, was es heißt, wenn durch schwere Planungsfehler der Verkehrslärm von einer Autobahn kommt, um nicht wieder zu verschwinden.
Unser Haus befindet sich östlich des Harlander Bachs, gut 1km südlich der A1. Früher hielt dichter Bewuchs den Verkehrslärm weitgehend von unserer Siedlung fern. Im Zuge des dreispurigen Ausbaus wurde aber das gesamte Begleitgehölz gerodet. An die Stelle der natürlichen Bewaldung rückte ein technischer Lärmschutz, der seinem Namen nicht gerecht wird.
Der störendste Lärm kommt inzwischen nicht vom Norden, sondern vom A1-Streckenabschnitt westlich der B20. Hauptursache ist der überwiegende Westwind. Den allermeisten Stadtbewohnern ist absolut noch nicht bewusst, was das bedeutet: Die von einer S34 dauerhaft ausgehende Lärmbelastung wird zu einem ganz bösen Erwachen führen, die weltbekannte Liedzeile I want to wake up in a city that doesn’t sleep wird damit in ein ganz anderes Licht gerückt.
Birgit hat angesichts ihrer Erfahrungen die Lärmkarten zum Streckenverlauf der S34 genau studiert. Sie ist immer noch entsetzt darüber, dass in St. Pölten ganzen Siedlungsgebieten v.a. in St. Georgen eine so drastische Verlärmung bevorsteht, dass den meisten Häusern der Einbau von Lärmschutzfenstern bevorsteht. Die negativen verkehrlichen Auswirkungen der S34 reichen aber sogar weit über die Stadtgrenzen hinaus: Selbst in Zendorf dürfen sich die Anwohner auf projektbedingte Fördermöglichkeiten für Schallschutzmaßnahmen an ihren Häusern „freuen“.
Aufgrund ihres beruflichen Hintergrundes im Bereich der industriellen Güterproduktion und Logistik wissen Birgit und Leo nur allzu gut, was Landwirtschaften und Naturräumen rund um neue hochrangige Straßen blüht: das endgültige Aus. Die Bauern verlieren ihre berufliche Existenz und die Stadtbevölkerung ihre Naherholung, weil sich Logistikcenter und Ramschläden genau entlang solcher neuer Verkehrswege ansiedeln.
Schon jetzt gibt es das St. Pölten unserer Kindheit nicht mehr, an allen Ecken und Enden haben ungeachtet zahlreicher Leerstände am laufenden Band Betriebsansiedlungen auf grüner Wiese stattgefunden, die dort weder von der Flächeninanspruchnahme noch von der verkehrstechnischen Anbindung hingehören. Negativer aktueller Höhepunkt ist die angedrohte großflächige Versiegelung von Retentionsflächen entlang der Traisen. Und das für ein REWE-Lager, das kaum Arbeitsplätze aber dafür die große Flut und täglich 1.600 zusätzliche Kfz, davon 1.000 Lkw in die Stadt bringt.
Ob S34 oder REWE-Lager: Da steckt kein Plan und keine Strategie dahinter, das ist einfach nur eine sinnlose Beeinträchtigung der Lebensqualität und der Gesundheit für die ganze Stadtbevölkerung.
Nur Mut, das wird schon gut, kommen wir auf das heutige Motto zurück: Niemand wird so dreist sein, mit all diesem Wissen den Menschen unserer Landeshauptstadt einen solchen Schaden zuzufügen:
New St. Pölten, New St. Pölten:
Let’s make a brand new start of it,
Mayor Stadler and Mister Mimi Minister.

Do. 1.1.2026
Neujahrsradeln: Radlobby St. Pölten

Presseaussendung der Radlobby St. Pölten
Groß und Klein eröffnete heute auf Einladung der Radlobby in ganz Österreich die Radsaison.
In St. Pölten führte der Weg vom Hauptbahnhof nach Nadelbach aufs Protest Podest. Besprochen wurden die pünktlich eingegangenen Antworten der wahlwerbenden Parteien auf die Fragen der Radlobby.
Alle eingelangten Antworten sind ermutigend. So herrscht parteiübergreifender Konsens bei wichtigen Themen wie Bürgerbeteiligung, Stärkung der Ortsteile oder Forcierung eines Alltags der kurzen Wege samt attraktivem Fuß- und Radwegenetz.
Apropos Alltag der kurzen Wege: Allein die Kremser Gasse zählt täglich etwa 20.000 Besucherinnen und Besucher – ein sensationeller Wert, wenn man vielerorts die Problematik ausgestorbener Ortskerne kennt.
Diese Zahlen legen ein eindrucksvolles Zeugnis darüber ab, dass sich die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Stadtzentrum längst bezahlt machen und die Wirtschaft in der Innenstadt überwiegend davon profitiert. Wenn man meint, mit Autos die Innenstadt beleben zu können, so sollte man sich im Klaren darüber sein, dass Autos weder lebendig sind, noch etwas in der Innenstadt konsumieren werden.
Somit lautet der klare Neujahrswunsch der Radlobby, die verkehrsberuhigte Innenstadt konsequent weiterzuentwickeln statt sie aus parteipolitischen Motiven immer wieder in Frage zu stellen.
Die Antworten der Parteien auf den Radlobby-Fragebogen können im Originalwortlaut nachgelesen werden: https://www.radlobby.org/noe/radlobby-gemeinderatswahl2026/
Es wird darauf hingewiesen, dass ÖVP, FPÖ und KPÖ bisher noch keine Antworten gegeben haben. Diese werden mit Erhalt umgehend veröffentlicht.
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September 2025
- Do. 18.09.2025: Ankündigung
- Fr. 19.09.2025: Presseaussendung
- Sa. 20.09.2025: Dorfgemeinschaft Nadelbach
- So. 21.09.2025: Landrettung: Hermann Fahrnberger
- Mo. 22.09.2025: St. Pöltens Landwirte aus Reitzersdorf, Ragelsdorf und Weitern
- Di. 23.09.2025: Milchbauern und Ernährungssicherheit: Familie Kamleitner aus Schwadorf
- Mi. 24.09.2025: S34 Sinnlos: Walter Heimerl-Lesnik
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- Fr. 26.09.2025: Bodenschutz St. Pölten, Romana Drexler
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- Mo. 29.09.2025: Gottfried Kern aus St. Georgen
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Oktober 2025
- Mi. 1.10.2025: Jagd und Naturschutz: Franz Handl und Anton Zichtl
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- Do. 23.10.2025: Was ist Lüge, was ist wahr? Elisabeth Prochaska
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- Fr. 31.10.2025: Süßes oder Saures? Martina Ramler
November 2025
- Sa. 1.11.2025: Siedlungsgemeinschaft: Anton Zichtl
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- Di. 11.11.2025: Ursachen- statt Symptombekämpfung: Franz Schweighofer
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- Do. 13.11.2025: Klimapfad beim Verkehr: Fragen an den Minister
- Fr. 14.11.2025: St.Pöltens Eiserner Vorhang: Herwig Handler
- Sa. 15.11.2025: Zusammenhalt: Luise Karner und Karin Kristl
- So. 16.11.2025: Die Zeit der Bauern: Andreas Hieger
- Mo. 17.11.2025: Pressegespräch: Klimapfad Verkehr
- Di. 18.11.2025: Alltagsradler: Christoph Schweighofer
- Mi. 19.11.2025: Leben im Kleingarten: Helmut und Ilse Schwarz
- Do. 20.11.2025: Wähle weise: Die Frage an den Bürgermeister
- Fr. 21.11.2025: Linzer – Wiener – Witzendorfer: Stefan Stockinger
- Sa. 22.11.2025: Von Kindesbeinen an: Familie Steger
- So. 23.11.2025: Die Stadtbauern: Familie Sagl
- Mo. 24.11.2025: Videodreh mit Josef Fuchs
- Di. 25.11.2025: Landwirt aus Kreisberg: Franz Bruckner
- Mi. 26.11.2025: Bodenschätze: Stephan Kreutzmann
- Do. 27.11.2025: Weihnachtliche Erleuchtung: Bernhard Treitl
- Fr. 28.11.2025: Darstellende Kunst und Lyrik: Philipp Lininger
- Sa. 29.11.2025: Kochen am Camp: Gernot Kulhanek und Paul Purgina
- So. 30.11.2025: Bio-Weidehof: Johann und Maria Aigelsreither
Dezember 2025
- Mo. 1.12.2025: Streuobstwiese: Familie Schaup aus Steinfeld
- Di. 2.12.2025: Wer uns das Wasser abgräbt: Familie Afflenzer
- Mi. 3.12.2025: Der Bund der Bauern: Franz Weiländer
- Do. 4.12.2025: Würde und Ruhe: Christa Zöchling
- Fr. 5.12.2025: Das Gold der Erde: Elisabeth Prochaska
- Sa. 6.12.2025: Viel Geld für keine Auskunft – Protest am Podest
- So. 7.12.2025: Nicht betroffen? Roland Gwiss
- Mo. 8.12.2025: Eulen für die Politik: Regina Schmid
- Di. 9.12.2025: Spanferkel mit Erdäpfelsalat: Bertl & Harm
- Mi. 10.12.2025: Dok1 mit Martin Thür: Protest am Podest
- Mi. 10.12.2025: Ehrlich regional: David Kaiblinger
- Do. 11.12.2025: Was zu sagen ist: Franz-Josef Prochaska
- Fr. 12.12.2025: Bewahren statt zerstören: Dr. Erwin Lasslesberger
- Sa. 13.12.2025: Schadensmaximierung: Gerhard Rosenberger
- So. 14.12.2025: Freilandschweine: Andreas Hubmann
- Mo. 15.12.2025: Gipfel: Martin Rotheneder
- Di. 16.12.2025: Dorfrichter: Nikolaus Zichtl
- Mi. 17.12.2025: Gesundheit: Dr. Martin Feistritzer
- Do. 18.12.2025: Wenn Berge sterben: Josef und Erni Schremser
- Fr. 19.12.2025: Öffis statt Elterntaxi: Familie Janko
- Sa. 20.12.2025: Vom Ende der Welt: Douglas Adams
- So. 21.12.2025: Wo fahren wir hin? Familie Pruckner
- Mo. 22.12.2025: Perfekte Symbiose: Alois Posch
- Di. 23.12.2025: Stadtentwicklung: Katrin Gruber-Lang
- Mi. 24.12.2025: Frohe Weihnachten! Romana und Peter
- Do. 25.12.2025: Asphalt oder Zukunft? Julia Hieger
- Fr. 26.12.2025: Biotopkartierung St. Pölten: Bescheidbeschwerde
- Sa. 27.12.2025: Jetzt einmal ehrlich! Gottfried Kern
- So. 28.12.2025: Bodenversiegelung aufhalten: Gerhild Eigner
- Mo. 29.12.2025: Leben an der B20: Robert Schöller
- Di. 30.12.2025: Weiterdenken: Alexandra und Alfred Huber
- Mi. 31.12.2025: Sinn fürs Leben: Benedikt Reisner
Standort
Unser Protest Podest bestand aus Stroh und befand sich direkt an der geplanten Trasse, im Bereich von Lehmgrube und Aussichtswarte südwestlich von Nadelbach:
